Kritik zu Black Widow

© Walt Disney

2020
Original-Titel: 
Black Widow
Filmstart in Deutschland: 
08.07.2021
Heimkinostart: 
09.07.2021
L: 
133 Min
FSK: 
12

Avenger-Ensemble-Mitglied Natasha Romanoff bekommt endlich eine »Origin Story« – und geht mit Schwester Yelena auf eigene Mission  

Bewertung: 4
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Zehn Jahre fristete Natasha Romanoff das Leben des erotischen Sidekicks männlicher Superhelden. Endlich hat sie ihr eigenes Actionabenteuer im Marvel-Universum. Superkräfte? Männliche Beschützer? Fehlanzeige. Gut, mit Eric Pearson hat ein Mann das Drehbuch für das erste – und wohl auch letzte – Soloabenteuer von Superheldin Natasha Romanoff geschrieben. Doch das entscheidende Personal des neuen Marvel-Spektakels ist weiblich. »Black Widow« könnte als Film auch für sich allein stehen, angetrieben von seinen beiden Hauptfiguren Natasha (Scarlett Johansson) und ihrer Schwester Yelena (Florence Pugh), klug durchchoreografiert von der australischen Regisseurin Cate Shortland. Es ist gleich auf mehreren Ebenen eine Emanzipationsgeschichte, ein Familiendrama und dabei ein großartiges Actionspektakel.

Die einstige sowjetische Superspionin Natasha, die als Kind zusammen mit ihrer Schwester von Oberbösewicht Dreykov (Ray Winstone) zur ferngesteuerten Kampfmaschine, einer sogenannten Schwarzen Witwe, ausgebildet wurde, hat sich ins norwegische Nirgendwo zurückgezogen. Doch ihre Vergangenheit holt sie ein. Natasha macht sich auf die Suche nach ihrer Schwester, die sie für die Mission gewinnen will, Dreykov zu töten. Nicht zu übersehen sind die Ähnlichkeiten mit dem sehr realen Branchen-Monster Harvey Weinstein.

Zunächst müssen die beiden Schwestern zueinanderfinden, dann ihre vermeintlichen Eltern aufspüren. Großartig die distanzierte und dabei anmutige Rachel Weisz als Mutter Melina, herrlich schmerbauchig und selbstverliebt Vater Alexei (David Harbour), dessen Zeit als Red Guardian, dem russischen Pendant zu Captain America, abgelaufen ist. Doch die Stars sind Natasha und Yelena. Die eine abgeklärt, kühl und mit ihrer Superheldinnen-Akrobatik eine echte Poserin, wie die burschikose Yelena spottet. Der Generationswechsel ist eingeleitet – mit viel Selbstironie, Action und Superkräften der anderen Art.

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