Goldene Palme für »Shoplifters«

Cannes Film Festival 2018
»Shoplifters« (2018). Foto: FUJI TELEVISION NETWORK/GAGA CORPORATION/AOI PRO. INC.

Mit der Vergabe der Goldenen Palme an den japanischen Regisseur Hirokazu Kore-eda für sein Familiendrama »Shoplifters« ging am Samstag das 71. Filmfestival von Cannes zu Ende. Den Grand Prix verlieh die Jury unter Vorsitz der australischen Schauspielerin Cate Blanchett an den Amerikaner Spike Lee und seine Satire über einen Afroamerikaner, der den Klu Klux Klan unterwandert, »BlacKkKlansman«. Eine weibliche Regisseurin, auf dem Festival stets unterrepräsentiert, erhielt den Spezialpreis: Nadine Labaki aus dem Libanon nahm ihn für ihren Kinderarmut in Beirut anprangernden »Capharnaum« entgegen. Die beiden Darstellerpreise gingen an Außenseiterschauspieler: die Kasachin Samal Yeslyamova verkörpert in »Ayka« eine ausgebeutete, illegale Migrantin, die ihr Neugeborenes aufgeben muss. Der Italiener Marcello Fonte stellt in »Dogman« einen schüchternen Hunde-Salon-Betreiber dar, der eines Tages gegen seinem Demütiger aufbegehrt. Als besten Regisseur zeichnete die Jury den Polen Pawel Pawlikowski für seine schicksalshafte Liebesgeschichte »Cold War« aus. Der Preis für das beste Drehbuch schließlich wurde geteilt zwischen dem iranischen Film »3 Faces«, geschrieben von Nader Saeivar und dem in seiner Heimat unter Hausarrest stehenden Jafar Panahi, und Alice Rohrwachers »Happy as Lazarro«.

Eine Goldene Palme außerhalb der Kategorien hatte sich die Jury von Festivaldirektor Thierry Frémaux erbeten, um sie an den 87-jährigen Altmeister Jean-Luc Godard und sein experimentelles Videoessay »Le livre d'image« zu vergeben. Denn Godard definiere das Kino immer wieder neu.

Einer der Hauptgewinner unter den in den Nebensektionen gezeigten Filmen war der belgische Transgender-Film »Girl« von Lukas Dhont, der als bester »Queer Film«, als bestes Regiedebüt, mit dem Fipresci-Preis und für seinen Hautdarsteller ausgezeichnet wurde. 

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