Kritik zu Sacrifice

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Ökoterroristen gegen Milliardäre: Was nach bissiger Satire klingt, entwickelt sich trotz schöner Bilder und guter Besetzung durch ein wirres Drehbuch zu einem oberflächlichen Film mit Logikfehlern.

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Beim Namen Romain Gavras horcht man auf. Nicht weil er der Sohn des berühmten griechisch-französischen Regisseurs Constantin Costa-Gavras ist. Oder mit Dua Lipa, einem der großen Popstars unserer Zeit, liiert ist. Nein, Romain Gavras, ebenfalls Regisseur, sorgte bei den Filmfestspielen von Venedig 2022 mit »Athena« für eine angeregte Diskussion. Darin erzählt er von einer Meute hoffnungsloser Jugendlicher, die in einer Pariser Banlieue den Aufstand proben. Die einen ließen sich von der rastlosen und drastischen Inszenierung mitreißen, die anderen warfen dem Film vor, in seinem überstilisierten Bürgerkriegsspektakel nichts über die sozialen und politischen Zustände in den vernachlässigten Vororten Frankreichs zu erzählen.

Mit seiner Komödie »Sacrifice« legt Romain Gavras nun seinen ersten englischsprachigen Film vor. Dieses Mal richtet sich sein Blick nicht auf die Deklassierten und Ausgegrenzten, sondern auf jene mit Macht und Prestige. In den Stollen eines imposanten Steinbruchs auf einer griechischen Insel kommt eine illustre Runde der Reichen und Schönen für eine glamouröse Umweltgala zusammen, zu der ein Tech-Bro namens Ben Bracken (Vincent Cassel als glatzköpfiger Jeff-Bezos-Verschnitt) geladen hat. »Make the Earth Cool Again« heißt es auf einem Schriftzug vor den marmornen Steilwänden. Während sich die Gäste von einer pathosgeschwängerten Gesangseinlage über den nahenden Umweltkollaps unterhalten lassen (in einer Nebenrolle: Charli xcx), überfallen schwer bewaffnete Anhänger eines obskuren Jugendkultes (»der Grüne IS«) die Veranstaltung. Deren Anführerin (Anya Taylor-Joy) behauptet, drei auserwählte Gäste müssten gemäß einer Prophezeiung in den nahe gelegenen Vulkan geworfen werden, damit dieser nicht ausbricht und der Planet gerettet wird. Neben Bracken und einer der Sängerinnen (Ambika Mod) zählt auch Mike Tyler (Chris Evans), ein sich maßlos überschätzender Schauspielstar mit mentalen Problemen, zu jenen Auserkorenen.

Das alles klingt erst mal nach einer bissigen Satire à la Ruben Östlund über ein Milieu, das sich lieber mit seinem eigenen Narzissmus beschäftigt, als die Welt tatsächlich zu einer besseren zu machen. Leider erreicht Romain Gavras dessen Süffisanz nicht im Ansatz. Das liegt vor allem am wirren, überladenen Drehbuch, das nach einem erträglichen ersten Drittel einfach nicht mehr weiß, was es erzählen möchte. Hinzu kommen an Unverschämtheit grenzende Logikfehler. Wie kann es sein, dass die lokalen Autoritäten über Jahrzehnte hinweg eine schwer bewaffnete Ökoterrorgruppe, bestehend aus Kindern und Jugendlichen, auf einer griechischen Insel gewähren ließen und sie lediglich als »geringes Sicherheitsrisiko« einstuften? Gegen die inhaltliche Leere kann selbst ein beachtenswerter Cast nicht anspielen, zu dem neben den bereits Erwähnten auch John Malkovich und Salma Hayek gehören. Gavras, der sich mit Musikvideos einen Namen machte, ist vor allem ein visueller Regisseur. Das beweist er auch hier. Schöne Bilder machen aber noch keinen guten Film.

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