Untragbar: CinemaxX-Security

Mehrere Freunde von mir sind dieses Jahr mit dem Sicherheitsdienst in den CinemaxX-Kinos in unangenehme Konfrontation geraten, weil sie es wagten, während der Filmvorstellung gegen die hoheitlich preußischen Ordnungsvorstellungen der Herren zu verstoßen. Einer von ihnen wurde sogar gegenüber herbeigerufenen weiteren Security-Kollegen des gewalttätigen Angriffs bezichtigt, nur weil er sich deren Anweisungen nicht schnell genug fügen wollte. Solche Übergriffigkeiten schaffen insgesamt eine angespannte latent aggressive Atmosphäre. Dazu kommt der Gesamteindruck, viele der Security-Angestellten wären dem buntwuseligen Völkchen des Festivalpublikums gegenüber grundsätzlich feindselig eingestellt und würden ihre kleine Macht besonders im Schutz des Dunkels gern ausspielen.

Ein Festival, das sich den Einsatz für Menschen- und Minderheitenrechte auf die Fahnen geschrieben hat, darf solche Verhältnisse nicht dulden und muss gegenüber den Kinobetreibern ein Machtwort sprechen. Schließlich ist ein Festival für seine Besucher da und nicht für die persönliche Profilierung seines Personals. Auch die Tatsache, dass es im ganzen CinemaxX praktisch keine Sitzplätze ohne Konsumzwang gibt, ist für einen zentralen Spielort eines selbsternannten Publikums-Filmfestivals eigentlich untragbar (wiederhole ich mich?). Mögliche organisatorische Konsequenzen kommen für dieses Jahr leider zu spät. Ich persönlich bin in der Luxussituation, dass ich es mir vom Programmablauf her leisten kann, den unwirtlichen Ort einfach zu meiden. Forums-Filme nämlich kann man in der Akademie der Künste oder im Delphi unter richtig entspannten angenehmen Bedingungen schauen.

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