Kritik zu Whistleblower

© Real Fiction Filmverleih

2026
Original-Titel: 
Whistleblower
Filmstart in Deutschland: 
15.10.2026
L: 
90 Min
FSK: 
Ohne Angabe

Visuell aufwendig gestalteter Dokumentarfilm über die prekäre Lage von Whistleblowern mit berühmten Beispielen aus der jüngeren Geschichte.

Bewertung: 3
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Der Begriff ist schon seit längerem populär. Doch als Edward Snowden 2013 schockierende Videos von geheimen US-Militäraktionen an WikiLeaks weiterreichte, wurde der Ausdruck Whistleblower noch stärker politisiert. Unter diesem schillernden Titel hat Marc Bauder sein neues Projekt realisiert. Nach dem preisgekrönten Film »Der Banker: Master of the Universe« über einen Ex-Börsenmakler, der dubiose Praktiken aus der Finanzbranche ausplauderte, porträtiert Bauder nun Jean-Jacques Lumumba, einen Großneffen des kongolesischen Unabhängigkeitshelden Patrice Lumumba. Als Leiter der Kreditabteilung einer kongolesischen Großbank fielen ihm illegale Buchungen in dreistelliger Millionenhöhe auf. Über den Hinweis, dass die Familie des ehemaligen Präsidenten Joseph Kabila in den Betrug verwickelt sei, war die Geschäftsführung nicht amüsiert. Lumumba wurde bedroht und musste nach Frankreich fliehen.

Fälle dieser Art sind in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Daher stellt der Film die Arbeit von Delphine Halgand-Mishra vor, deren NGO »The Signal Network« bedrohte Whistleblower unterstützt. Zu Wort kommen auch Bastian Obermayer und Frederik Obermaier, die bei der journalistischen Auswertung der »Panama Papers« mitwirkten. Für die Kamera dialogisieren die beiden mit dem bis heute anonymen »John Doe«, der diesen größten Leak aller Zeiten 2016 organisiert hatte.

Der visuell aufwendig gestaltete Film entstand im Kongo, in Südafrika, Frankreich und in den USA. Bauder gibt Einblicke in die prekäre Lage von Whistleblowern, die zuweilen um ihr Leben bangen. Der Film differenziert allerdings nicht zwischen Hinweisgebern wie Lumumba, der Korruption aufdeckte, und einem Informanten wie Daniel Hale. Der frühere Geheimdienstanalyst machte vertrauliche Dokumente über das US-Drohnenkriegsprogramm öffentlich und verbrachte deshalb knapp drei Jahre hinter Gittern. Eine ungebrochene Lobeshymne auf Whistleblower als Helden der Zivilgesellschaft ist der Film nicht. Mit Holden Triplett kommt zumindest eine kritische Stimme zu Wort. Für den ehemaligen FBI-Gegenspionagechef stellen Whistleblower, die militärische Staatsgeheimnisse durchstechen, ein erhebliches nationales Sicherheitsrisiko dar.

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