Kritik zu Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt

© Studiocanal

2016
Original-Titel: 
Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt
Filmstart in Deutschland: 
01.12.2016
B: 
Musik: 
L: 
105 Min
FSK: 
keine Beschränkung

Mit dem Buch von Boy Lornsen sind Generationen von Kindern aufgewachsen. Wolfgang Groos ist in seiner Verfilmung vor allem an der Action interessiert

Bewertung: 3
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Immer wieder aufs Neue herrscht eine enorme Erwartungshaltung, wenn berühmte  Kinderbuchklassiker verfilmt werden. Was erhoffen wir uns nun von dem Film »Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt«? Der Roman ist ein Reiseabenteuer, in dem es nie zu spannend wird und der uns mit den beiden Piloten Robbi und Tobbi in ihrem fantastischen Flug-, Wasser- und Landfahrzeug Fliewatüüt mitnimmt von einem kleinen Ort im ländlichen Nirgendwo raus aufs Meer, dann zum Nordpol und schließlich nach Schottland, um nach sechzehn Tagen  glücklich wieder auf der grünen Wiese zu landen. Der Roboter Robbi und sein Freund Tobbi müssen an diesen Orten drei Rätsel für Robbis Prüfung in der Roboterschule lösen.

Von dieser Ausgangssituation ist nicht mehr viel im Drehbuch übrig. Natürlich haben wir heute einen anderen technischen Fortschritt erreicht, als er der Fantasie des Buchautors Boy Lornsen im Jahre 1967 entspringen konnte. Im Film von Wolfgang Groos (»Die Vampirschwestern«, »Vorstadtkrokodile 3« und »Rico, Oskar und das Herzgebreche«) stürzt Robbi vom Himmel herab und lernt den schüchternen kleinen Erfinder Tobbi kennen, der von seinen Mitschülern gemobbt wird.  

Mit Robbi landeten auch dessen Eltern irgendwo auf der Erde und die gilt es nun ausfindig zu machen – am Nordpol. Hier nun beginnt eine völlig neue Parallelhandlung, in der der finstere Geschäftemacher Sir Jo­shua Robbi fangen will, um ihm sein Herz herauszuschneiden, damit er diese Technik für die neuesten PCs und Handys seiner Firma PlumPudding Inc. nutzen kann. So hat sich der böse Zauberer aus dem dreieckigen schottischen Schloss in einen skrupellosen Medienkonzernchef verwandelt, der in Hamburg in einem futuristischen Hochhaus residiert. Er engagiert zwei Spezialagenten, um Robbi aufzustöbern.

Das generiert nun Actionkino pur und sorgt für aufregende Verfolgungsjagden und Kampfsportszenen. Ästhetisch weiß der Regisseur die zwei Welten geschickt zu trennen. Hier das Dorfambiente in warmen Farben, dort weiße kalte Konzernarchitektur, in der graue Männer am blanken Planungstisch konferieren. Da ist aus einer liebenswerten Abenteuergeschichte ein Agentenfilm geworden, der zwar gekonnt inszeniert ist, jüngeren Robbi-Tobbi-Fans aber durchaus Angst einflößen kann, obwohl sowohl das Fliewatüüt als auch Robbi real gebaut sind und dadurch einen sehr lebensnahen Charme erreichen.

Neben der Action will Groos aber noch viel mehr erzählen, über Mobbing, Freundschaft, Anderssein und Selbstvertrauen. Das gelingt ihm nur bedingt und allzu floskelhaft. Kennt man seine anderen Filme, weiß man, dass es nicht zu seinen Stärken gehört, Emotionen zu inszenieren. So sind wir überrascht, dass sich die Mobbing-Geschichte offensichtlich in Wohlgefallen aufgelöst hat, wieso bleibt unklar. Die Lösung kann jedenfalls nicht die sein, dass Tobbi am Ende »nur« einen Roboter zum Freund hat, wenn auch einen mit Herz.

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