Kritik zu Wildwood
Im Stop-Motion-Verfahren gedrehter Fantasyfilm des Animationsstudios Laika, das bereits Filme wie »Coraline« produziert hat.
Ein Animationsfilm, dessen Prolog den Suizid eines Minderjährigen zeigt – das darf man schon als ungewöhnlich bezeichnen, auch wenn der Junge unmittelbar vor seinem Todessprung enthüllt, dass er kein wirklicher Mensch ist. Der epische Fantasyfilm »Wildwood« ist in der Tat, nicht nur durch seine Länge von 139 Minuten, eine Herausforderung.
Seine Protagonistin ist die zwölfjährige Prue, die sich auf die Suche nach ihrem Babybruder begibt, nachdem der von einem Schwarm Krähen entführt wurde. Dabei gerät sie in einen Zauberwald und muss entdecken, dass dort Machtkämpfe toben, deren Ausgang einschneidende Folgen für die Lebensbedingungen der Bewohner haben könnte. Als Drahtzieherin des Bösen erweist sich eine Frau, die wir im Prolog des Films als trauernde Mutter kennengelernt haben. Später erfahren wir, dass der Tod ihres Sohnes sie in den Wahn getrieben hat, ihn wieder zum Leben zu erwecken. Mit Hilfe des entführten Babys plant sie, die Mächte der Finsternis heraufzubeschwören. Wird es Prue gelingen, die Menschen und vor allem die sprechenden Tiere, denen sie im Verlauf ihrer Reise begegnet und die allesamt ihre eigene Agenda haben, zu einer gemeinsamen Anstrengung dagegen zu bewegen?
»Wildwood« beschwört eine fantastische Welt herauf. Sie beeindruckt umso mehr, als sie mit Hilfe der aufwendigen Stop-Motion-Technik entstanden ist, in der kleine Figuren in Einzelbildschaltung bewegt werden – einer Technik, die die Produktionsfirma Laika ebenso hochhält wie die britische Firma Aardman. Insgesamt sechzehn Jahre habe ihn die Umsetzung von Colin Meloys Buchreihe »Die Wildwood-Chroniken« gekostet, sagt Regisseur und Laika-Chef Travis Knight, der zwischenzeitlich die Realfilme »Bumblebee« und »Masters of the Universe« drehte.
Wie der erste Laika-Film »Coraline« erzählt auch »Wildwood« eine ausgesprochen düstere Geschichte, von Verlust und Trauer, von fragilem Familienzusammenhalt. Dass er dabei auch ausgesprochen brutale Momente zeigt und am Ende, wie so viele Fantasyfilme, in ein großes Schlachtgetümmel mündet, macht ihn als Kinderfilm eher fragwürdig und stellt auch erwachsene Zuschauer vor Herausforderungen. Denen sie sich aber stellen sollten.









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