Alexandra Seitz

Filmkritiken von Alexandra Seitz

Als Einstieg in das elaborierte Universum rund um den Dunklen Turm und jene, die ihn zerstören respektive bewahren wollen, fällt diese Adaption des Zentralwerkes von Stephen King recht ansehnlich aus. Für sich allein genommen, kann Nikolaj Arcels Film, der einer eineinhalbstüdigen Exposition gleich, jedoch kaum bestehen. Immerhin die Schauspielerei macht Spaß
Ein Trupp deutscher Bauarbeiter auf Montage im bulgarischen Hinterland dient Valeska Grisebach in ihrem erst dritten und erneut hervorragenden Film »Western« als Anknüpfungspunkt für eine kluge Ergründung von Genrekonventionen und Kommunikationsstrukturen vor dem Hintergrund kultureller Unterschiede. Von Laien gespielt, aus der Wirklichkeit geschöpft, unmittelbar und wahr
»The Promise« ist eine schlimme Kostümschinken-Schmonzette, die den Völkermord an den Armeniern als Hintergrund einer melodramatischen Liebesgeschichte missbraucht und mit großer Geste am Versuch scheitert, an die Historienepen vergangener Zeiten anzuknüpfen
Als Manana ihrer Familie mitteilt, dass sie in Zukunft alleine leben will, schlägt das ein wie eine Bombe. Warum will sie mit über fünfzig ihr Leben ändern? Der wunderbare Familienfilm »Meine glückliche Familie« erzählt von der Emanzipation einer Mutter und Ehefrau
Im Jahr 1715 erliegt der Sonnenkönig einer nekrotischen Erkrankung des Beines. Kein spektakulärer Tod, vielmehr ein mähliches Verdämmern, von Albert Serra als Trance in Szene gesetzt und von Jean-Pierre Léaud mit minimalsten Mitteln und höchstmöglicher Intensität auf größten Effekt hin gespielt. Selten ist Stillstand im Kino derart spannend, selten ist so wenig derart viel wie in »Der Tod von Ludwig XIV.«
Siméon folgt Marie, die er eigentlich gar nicht kennt, auf die Ile de Groix, wohin es alsbald auch seinen Mitbewohner verschlägt, der wiederum Maries Ex im Schlepptau hat. Verwirrungen des Gefühls sind die Folge. »Marie und die Schiffbrüchigen« erzählt eine etwas zwangsoriginell auf verschlungenen Pfaden wandelnde Liebesgeschichte, die die Lässigkeit aufs Korn nimmt, mit der oftmals das Glück des Lebens verspielt wird – die dann aber daneben schiesst
Erfreulich unaufgeregter Historienfilm, der die Geschichte von Richard und Mildred Loving erzählt, die in den 60er Jahren gegen das in ihrem Heimatstaat Virginia geltende Verbot »gemischtrassiger« Ehen klagen. Statt als pathosschwangeres Gerichtsdrama inszeniert Nichols das bedeutsame Geschehen als intimes Porträt zweier Menschen, die Geschichte schreiben, weil sie sich einfach nur lieben wollen – und trifft damit den Kern der Sache
Alles beim Alten im »Pirates« …-Franchise: Irrwitz an allen Ecken und Enden, Spezialeffekte vom Allerfeinsten, Knallchargenfestpiele, Wortgefechte und Segelschiffballette. Bloß das Drehbuch stört mit disney-typischem Kitsch und misogynen Klischees. So darf es nicht weitergehen, so kann es nicht enden
Toro und Victor sind Freunde. Der Boxer aus Polen und der drogensüchtige Spanier gehen in Köln auf den Strich. Elemente von Film noir und Melodram verbinden sich in »Toro« zu einer Coming-out-Geschichte, die den schwul-­katholischen Schuldkomplex angreift, dabei jedoch zu viele Klischees einsetzt
Gemeinsam mit jener Frau, die sie einst als verlassenes Neugeborenes fand, sucht Rosemari nach ihrer leiblichen Mutter. Unterwegs geraten Lebensentwürfe in Bewegung und müssen Erwartungshaltungen justiert werden. Es ist eine Reise auf dem Terrain komplexer Emotionen, die sicher geleitet wird von einem subtil agierenden Ensemble

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