Der Knochenmann (2009)

1. Februar, 23:10 Uhr, 3sat
Der Brenner ist zurück: In Wolfgang Murnbergers dritter, sehr atmosphärischer Wolf-Haas-Verfilmung »Der Knochenmann« übersetzt ein weiteres Mal Josef Hader in der Hauptrolle auf treffende Weise die Sprache der Vorlage in Gesichtsausdrücke. Als Widersacher steht ihm diesmal ein kongenialer Sepp Bierbichler gegenüber. Und mit Birgit Minichmayr eine wunderbar spröde Frauenfigur zur Seite.

Parasite (2019)

1./2. Februar, 0:20 Uhr, BR
Ein raffinierter Thriller, der diverse Register zwischen Komödie und Katastrophenfilm zieht. Das verhängnisvolle Aufeinandertreffen zweier unterschiedlicher Familien ist zugleich lesbar als Miniatur der südkoreanischen Gesellschaft.

Melodys Baby (2014)

2. Februar, 23:15 Uhr, WDR
Das Schwangerschafts-Kammerspiel über eine junge Frau, die sich von einer allein­stehenden Managerin als Leihmutter anheuern lässt, besticht durch emotionale Genauigkeit und hervorragende Darstellerinnen.

Casting (2017)

3. Februar, 21:00 Uhr, ONE
Wackerbarths Porträt eines komplizierten Casting-Prozesses ist zugleich ein grandioses Panorama des Filmgeschäfts, das dessen alltägliche Machtkämpfe perfekt abbildet.

Das Leben gehört uns (2011)

4. Februar, 20:15 Uhr, ONE
Valérie Donzelli und Jérémie ElkaÏm erzählen die wahre Geschichte ihres Sohnes, bei dem im Alter von 18 Monaten ein Hirntumor entdeckt wurde, als melodramatische Komödie im Geist von Truffaut und Demy.

Loving (2016)

4. Februar, 23:15 Uhr, 3sat
Erfreulich unaufgeregter Historienfilm, der die Geschichte von Richard und Mildred Loving erzählt, die in den 60er Jahren gegen das in ihrem Heimatstaat Virginia geltende Verbot »gemischtrassiger« Ehen klagen. Statt als pathosschwangeres Gerichtsdrama inszeniert Nichols das bedeutsame Geschehen als intimes Porträt zweier Menschen, die Geschichte schreiben, weil sie sich einfach nur lieben wollen – und trifft damit den Kern der Sache.

Sein letztes Rennen (2013)

5. Februar, 20:15 Uhr, arte
In der Rolle des Marathonläufers und Olympiasiegers Paul Averhoff, der es in der Enge eines Altersheims nicht aushält, beweist Dieter Hallervorden noch einmal, dass er immer schon weit mehr als nur ein großartiger Komiker war.

Home (2020)

5. Februar, 23:35 Uhr, ARD
Franka Potentes Regiedebüt birgt Schmalzpotenzial, entpuppt sich aber als besonnenes Drama mit einer überragenden Kathy Bates.

Elle (2016)

6./7. Februar, 0:50 Uhr, MDR
Zehn Jahre nach »Black Book« meldet sich Paul Verhoeven endlich wieder mit einem neuen Kinofilm zurück. Eine von Isabelle Huppert grandios verkörperte Unternehmerin wird in ihrer Villa vergewaltigt und lässt sich daraufhin auf eine Affäre ein. Dabei verschwimmen außer der Grenze zwischen Opfer und Täter auch die Genres. In »Elle« wird der Thriller zur bitterbösen Gesellschaftssatire.

Im Namen meiner Tochter – Der Fall Kalinka (2016)

7. Februar, 23:30 Uhr, ONE
Vincent Garenq gelingt es nicht immer das dreißig Jahre währende deutsch-französische Justizdrama »Im Namen meiner Tochter« um den Tod von Kalinka Bamberski in eine schlüssige und spannende Erzählform zu kanalisieren.