Ein Sommer in der Provence (2014)

30. Juni, 20:15 Uhr, RBB
Mit diesem leichtfüßig inszenierten filmischen Ausflug in den Süden mit Jean Reno als Altaussteiger in der Hauptrolle gelingt der französischen Regisseurin Rose Bosch eine regelrechte Reise ins Licht.

Futur Drei (2020)

2. Juli, 23:30 Uhr, RBB
Sehr authentisch und empathisch erzählt das Regiedebüt vom Leben queerer, migrantischer »Generation Z«-Jugendlicher in der deutschen Provinz. Hinreißend in seiner Selbstverständlichkeit und klug, ohne verkopft zu sein.

Sunburned (2019)

3. Juli, 23:35 Uhr, ARD
Ein betont ruhiger Urlaubsfilm der etwas anderen Art: Gekonnt mischt Carolina Hellsgård (die mit »Endzeit« einen der besten deutschen Genrefilme der letzten Jahre drehte) Familienszenen, Momente eines Reifeprozesses und die Flüchtlingsfrage in einen Film, der keine Lösungen bereithält, aber die großen Fragen ganz lakonisch stellt.

Paradies: Liebe (2012)

3./4. Juli, 0:30 Uhr, SWR
Gedacht als filmische Studie über Verrohung in einer Welt globalisierter Ausbeutung, stolpert der Film über seine allzu liebensunwürdige Hauptfigur.

Border (2018)

4. Juli, 22:40 Uhr, arte
Die Fabel zweier seltsamer Außenseiter, die sich an einer Grenze begegnen und gemeinsam Grenzen überschreiten. Ein mythopoetischer Kommentar zum Phänomen der Ausgrenzung, der im gegebenen Kontext von Flucht und Anpassung auch politisch gelesen werden kann.

Nur eine Frau (2019)

6. Juli, 22:15 Uhr, WDR
Hatun Aynur Sürücü fiel im Jahr 2005 einem sogenannten Ehrenmord zum Opfer, weil sie sich von der Tradition ihrer streng gläubigen kurdisch-türkischen Familie gelöst hatte. Die Geschichte dieser jungen Frau erzählt die Regisseurin Sherry Hormann in »Nur eine Frau« radikal aus deren Sicht.

1986 (2019)

6. Juli, 23:45 Uhr, arte
Eine belarussische Studentin nimmt die illegalen Geschäfte ihres Vaters wieder auf und schmuggelt Material aus der Sperrzone von Tschernobyl. In Lothar Herzogs eigenwilligem Debüt wird der kontaminierte Wald zwischen Belarus und der Ukraine zum ambivalenten Sehnsuchtsort und Spiegel für gesellschaftliche und persönliche Traumata.

Matthias & Maxime (2019)

7. Juli, 23:40 Uhr, WDR
Keine schwule Liebesgeschichte, sondern ein Film über die Barrieren der toxischen Männlichkeit, die dieser Liebe im Weg stehen. Leider bietet Xavier Dolans Inszenierung hier nichts, was man von ihm nicht schon gesehen hätte.

Crimson Peak (2015)

8. Juli, 22:30 Uhr, 3sat
Eine angehende Schriftstellerin verfällt im New York des Jahres 1901 einem britischen Adligen und wird seine Ehefrau. Doch in dem alten Familienbesitz in Großbritannien hat sie wiederholt Geistererscheinungen. Offenbar hat das Gebäude eine unheilvolle Vergangenheit. Guillermo de Toros Film balanciert souverän zwischen haunted house und gothic romance und ist zudem ein Fest für die Augen.

8 Mile (2002)

9. Juli, 20:15 Uhr, ZDFneo
Die Geschichte von »8 Mile« ist bekannt: aus dem Pop-Feuilleton, den Klatschspalten, den Songtexten seines Hauptdarstellers, des Hip-Hoppers Eminem. Sie ist selbst schon Streitfall einer Gerichtsverhandlung gewesen, die Eminems Mutter vor Jahren gegen ihren Sohn angestrengt hat.

Leberkäsjunkie (2019)

9. Juli, 21:45 Uhr, WDR
Die sechste Verfilmung der Provinzkrimis rund um Franz Eberhofer ist eine beeindruckend konsequente Feier gehobenen Blödsinns.

Toni Erdmann (2016)

9. Juli, 23:20 Uhr, 3sat
Mit präziser Beobachtung, grandiosen Schauspielern und einfachen Accessoires aus dem Faschingsbedarf setzt Maren Ade in ihrem dritten Spielfilm »Toni Erdmann« eine subversive Komödie über familiäre Verhältnisse, menschliche Masken und die Lage der Welt in Gang, in der die Schockstarre des Entsetzens schwindelerregend nah am befreienden Lachen liegt.

Magic Mike (2012)

10. Juli, 20:15 Uhr, arte
Channing Tatum, Mathew McConaughey und Alex Pettyfer schlagen sich als Stripper durch harte Zeiten. Vielleicht der bislang beste Film zur ökonomischen Lage in den USA.

Ich war noch niemals in New York (2019)

11. Juli, 20:15 Uhr, ARD
Im ersten Eindruck ist sie gewöhnungsbedürftig, diese Schlagerseligkeit und Traumschiffgeschäftigkeit, doch dann ergibt man sich gerne dem Schwung der Choreografien und dem Überschwang der Gefühle. Die Einzelnummern des erfolgreichen Udo Jürgens-Musicals hat Philipp Stölzl in den Fluss einer Geschichte gebracht und lustvoll mit dem bunten Glanz eines Hollywood-Musicals versetzt.

What Happened to Monday? (2017)

12./13. Juli, 0:10 Uhr, ZDF
In Tommy Wirkolas düsterer Zukunftsvision »What Happened to Monday?« schlüpft die Schwedin Noomi Rapace so überzeugend in sieben verschiedene Frauenrollen, dass man die komplizierte Filmtechnik, die dies ermöglicht, völlig vergisst.

Gloria – Das Leben wartet nicht (2018)

14. Juli, 23:00 Uhr, WDR
Auch als starbesetztes Hollywood-Remake ist dieses Porträt einer alleinstehenden Frau und Mutter so leichtfüßig und zugleich tiefgründig wie das gefeierte chilenische Original »Gloria« von 2013.

Viva (2015)

14./15. Juli, 0:55 Uhr, BR
»Viva« ist ein liebenswürdig inszeniertes Coming-of-Age-Drama um einen Drag-Sänger auf Kuba, der seinen Vater in den Tod begleitet.

Alles was kommt (2016)

14./15. Juli, 0:55 Uhr, RBB
Bislang erzählte Mia Hansen-Løve von den Umbrüchen der Jugend und arbeitete mit weitgehend unbekannten Darstellern. Nun vollzieht sie mit »Alles was kommt« den Sprung in die Elterngeneration: Im Mittelpunkt ihres fünften Films steht eine Philosophielehrerin (eine Glanzrolle für Isabelle Huppert), die ihr Leben neu in den Griff bekommen will, nachdem ihr Mann sie verlassen hat.

Nach dem Urteil (2017)

16. Juli, 23:15 Uhr, 3sat
Die Entscheidung im Sorgerechtsstreit zwischen Miriam und Antoine führt zu einer unseligen Eskalation, die Xavier Legrand in seinem Regiedebüt »Nach dem Urteil« aus nüchtern-distanzierter Perspektive als spannendes und eindringliches Familiendrama in Szene setzt.

Tod den Hippies!! Es lebe der Punk! (2014)

16. Juli, 23:15 Uhr, WDR
Eine Groteske über die Flucht eines jungen Mannes aus der Hippie-Provinz ins wilde Punk-Berlin, Anfang der 1980er Jahre. Grell und derb, kunterbunt und dann wieder schwarzweiß zeichnet Oskar Roehler ein Panoptikum schräger Typen, die sich treiben lassen. Das tolle Ensemble, bizarre Momentaufnahmen, der Mut zur Hässlichkeit und die melancholische Grundierung entschädigen für den Mangel an Spannung und Drive.

Paradies: Hoffnung (2012)

17./18. Juli, 0:30 Uhr, SWR
Der letzte Teil von Ulrich Seidls »Paradies«-Trilogie erzählt eine sinistre Coming-of-Age-Geschichte, kann aber an die wuchtige Präzision der beiden Vorgängerfilme nicht anschließen.