Ben Is Back (2018)

28. Februar, 21:45 Uhr, One
Überraschend kehrt der 19-jährige Ben am Weihnachtsmorgen aus seinem Entzugsprogramm in die Familie zurück. »Ben Is Back« ist eine leise, zunehmend dramatische Studie über Ko­abhängigkeit, in der Julia Roberts und Lucas Hedges die rohen Gefühle ihrer Figuren fast ohne Worte vermitteln.

Die Mitte der Welt (2016)

28. Februar, 23:15 Uhr, 3sat
Von einigen Einschränkungen abgesehen, gelingt Jakob M. Erwa mit seiner stilsicheren Steinhöfel-Adaption »Die Mitte der Welt« ein großer Wurf.

Vena (2024)

1. März, 23:35 Uhr, Das Erste
In Narration und Bildsprache empathisches Spielfilmdebüt über eine süchtige Schwangere, das nah an seiner Protagonistin bleibt, ohne sie zu verurteilen oder stereotype Erklärungsmuster zu bemühen. Stattdessen wird das Strafvollzugssystem infrage gestellt.

Schweigend steht der Wald (2022)

2. März, 01:10 Uhr, WDR
Saralisa Volm hat den Roman von Wolfram Fleischhauer um eine Frau, die förmlich in der Vergangenheit gräbt, als spannenden Thriller inszeniert.

The Quiet Girl (2022)

2./3. März, 00:45 Uhr, arte
Die Geschichte um ein vernachlässigtes Mädchen, das während eines Sommeraufenthalts bei Verwandten ungeahnte Fürsorge erfährt, kommt einfach und unspektakulär daher und ist gerade deswegen berührend.

Die perfekte Kandidatin (2019)

2./3. März, 0:50 Uhr, NDR
Haifaa Al-Manours Anschlussfilm zu »Wadjda« kommt an der Oberfläche als etwas zu konformistisches Aktivismus- und Feelgoodmovie daher, bietet dabei aber sehr interessante Einblicke ins ganz gewöhnliche Alltags- und Privatleben in Saudi-Arabien.

Nach dem Urteil (2017)

4. März, 22:10 Uhr, arte
Die Entscheidung im Sorgerechtsstreit zwischen Miriam und Antoine führt zu einer unseligen Eskalation, die Xavier Legrand in seinem Regiedebüt »Nach dem Urteil« aus nüchtern-distanzierter Perspektive als spannendes und eindringliches Familiendrama in Szene setzt.

Im Herzen jung (2021)

4./5., März, 00:35 Uhr, arte
Sensibel setzt Carine Tardieu die Liebe, die zwischen einer Frau von 70 Jahren (Fanny Ardant) und einem 45-Jährigen (Melvil Poupaud) ausbricht, in Szene. Bald jedoch schwenkt die wehmütige Komödie hinüber ins Melo. Das einfühlsame Ensemble (allen voran Cécile de France als betrogene Ehefrau) setzt derweil jede Figur in ihr Recht.

Perfect Days (2023)

5. März, 20:15 Uhr, RBB
Wim Wenders meditative Hommage an das japanische Kino begleitet einen Mann, der Tokios Toiletten reinigt, in den alltäglichen Ritualen seines Lebens und findet die Schönheit in unscheinbaren Dingen.

Das Meer ist der Himmel (2024)

6./7. März, 0:20 Uhr, SWR
Der um Innerlichkeit bemühte Roadtrip eines widerspenstigen Deutschen durch seine albanische Heimat mit dem Ziel, die Asche des Großvaters zu verstreuen. Anrührend und heiter, ohne den touristischen Blick, wird der Kitsch dennoch sehenden Auges hingenommen.

Helden der Wahrscheinlichkeit (2020)

6./7. März, 00:20 Uhr, BR
Ein Zugunglück und die menschliche Sehnsucht nach Sinn sind für Anders Thomas Jensen und Mads Mikkelsen der Ausgangspunkt für einen finsteren Rachethriller im Gewand einer politisch völlig unkorrekten Komödie.

Julie – Eine Frau gibt nicht auf (2021)

7. März, 23:30 Uhr, 3sat
Konzentriertes Sozialdrama über eine alleinerziehende Mutter während einer Woche des Verkehrsstreiks, in dem, mit Laure Calamy als hinreißender Heldin, die sonst ignorierten Herausforderungen eines Frauenlebens minutiös veranschaulicht werden.

One of These Days (2020)

8. März, 23:30 Uhr, Das Erste
Beim »Hands On«-Wettbewerb, den ein texanisches Autohaus ausrichtet, gilt: Wer am längsten durchhält mit seiner Hand auf Pick-up-Truck, darf ihn sein eigen nennen. Bastian Günthers an reale Begebenheiten angelehnter Film ist eine bitterböse Reflexion über den Kapitalismus, über Einsamkeit, Wettbewerb und Materialismus.

So sind wir, so ist das Leben (2023)

9. März, 20:15 Uhr, One
Ein sympathisch unaufgeregtes Frauen- und Familiendrama über eine alleinerziehende Mutter und ihre fünf Kinder, die allmählich flügge werden und dabei auch bei der Familienmanagerin den Wunsch nach einer beruflichen Neuorientierung anstoßen: ist der Nachwuchs etwas klischeehaft überzeichnet, so überzeugt Camille Cottin als hingebungsvolle Mutter und Ex-Schlagersängerin auf neuen Wegen.

Die Aussprache (2022)

9. März, 21:50 Uhr, arte
Sarah Polleys erster Film seit zehn Jahren ist eine ebenso bewegende wie kluge Emanzipationsgeschichte, eine feministisch-humanistische Reflexion über die Bedeutsamkeit von Sprache und Diskussion. Meisterhaft geschrieben, hervorragend gespielt.

Der Russe ist einer, der Birken liebt (2022)

9./10. März, 0:10 Uhr, ZDF
Nach dem plötzlichen Tod ihres Freundes tritt Mascha die Flucht nach vorn an. Die Verfilmung des Bestsellers von Olga Grjasnowa überträgt das Orientierungslose seiner Protagonistin in ein elliptisches Erzählprinzip, das nur bedingt aufgeht.

Hundschuldig (2024)

10. Januar, 22:55 Uhr, MDR
Dreimal hat Cosmo zugebissen, nun soll er eingeschläfert werden. Sein Herrchen nimmt ihm einen Anwalt und sie ziehen vor Gericht. Das beginnt wie eine Komödie, wächst sich aber bald aus in Richtung Beschreibung einer von Übergriffigkeit bestimmten Gesellschaft, die gegenüber nichtmenschlichen Wesen den Respekt vermissen lässt. Rund um einen inspiriert agierenden tragischen Helden finden sich Denkansätze zuhauf.

Nur Fliegen ist schöner (2015)

11. März, 20:15 Uhr, arte
Mit dem Kajak in die Freiheit: Unter der Regie von Bruno Podalydès wird das Midlife-Crisis-Abenteuer »Nur Fliegen ist schöner« zur sommerlich leichten Komödie der Irrungen und Wirrungen.

Matthias & Maxime (2019)

12./13. März, 00:00 Uhr, WDR
Keine schwule Liebesgeschichte, sondern ein Film über die Barrieren der toxischen Männlichkeit, die dieser Liebe im Weg stehen. Leider bietet Xavier Dolans Inszenierung hier nichts, was man von ihm nicht schon gesehen hätte.

Plan A – Was würdest du tun? (2020)

13. März, 20:15 Uhr, 3sat
Aufwühlend erzählen die israelischen Filmemacher Doron und Yoav Paz nach wahren Begebenheiten von dem jüdischen Geheimbund Nakam, der sich mit dem Tod von sechs Millionen Deutschen rächen wollte. Filmisch eher konventionell, wirft das Drama einen neuen und wichtigen Blick auf die deutsche Nachkriegsgeschichte.

To the Wonder (2012)

14. März, 20:15 Uhr, One
In einem irrwitzigen Flow der Bilder schildert Terrence Malick die Liebe einer Pariserin zu einem grüblerischen Mann aus Oklahoma als Spiegel ethischer Zeitfragen. Ein forderndes, nicht immer schlüssiges Filmgedicht.

Der Mauretanier (2021)

14. März, 23:10 Uhr, HR
So wie der Deutschtürke Murat Kurnaz hat auch der Mauretanier Mohamedou Ould Slahi einen Bericht über seine traumatischen Erlebnisse in Guantanamo verfasst. Der schottische Regisseur Kevin Mcdonald hat ihn jetzt mit dokumentarischem Gespür als leisen Polithriller verfilmt, der vor allem von menschlicher Widerstandskraft und Vergebung erzählt.

Solange ich atme (2017)

14. März, 23:35 Uhr, 3sat
Dank der bedingungslosen Liebe seiner Frau ist Robin Cavendish der erste Mensch, der mit eiserner Lunge außerhalb eines Krankenhauses lebt: In seinem Regiedebüt »Breathe« überhöht Andy Serkis die harsche Realität in märchenhaftem Tonfall zum Triumph des menschlichen Geistes über das Schicksal.

Im toten Winkel (2023)

15. März, 23:35 Uhr, Das Erste
Die Geschichte um die Machenschaften eines türkischen Agenten, der zunehmend paranoide Züge entwickelt, ist filmisch wie thematisch hochinteressant, wirkt durch die verschachtelte Erzählweise und das Spiel mit unterschiedlichen Blickwinkeln aber phasenweise etwas zu verkopft.

Deutschstunde (2018)

16. März, 01:25 Uhr, ZDF
Werkgetreue Adaption von Siegfried Lenz' Bestseller. Während des Zweiten Weltkriegs ist ein elfjähriger Junge hin- und hergerissen zwischen seinem gestrengen Vater und einem weltoffenen Maler, den die Nazis mit einem Arbeitsverbot belegen. Christian Schwochow erzählt das in schweren, erdrückenden Bildern, aus denen jegliches Licht entwichen scheint.

Das Deutsche Volk (2025)

18. März, 20:15 Uhr, ZDF
Vier Jahre hat Marcin Wierzchowski die Hinterbliebenen der Opfer des Attentats von Hanau begleitet. Der Dokumentarfilm, der von Trauer und Trauma und den Kampf für Gerechtigkeit erzählt, versteht sich selbstbewusst als kinematographische Verlängerung des Hashtags »SayTheirNames«.

All The Beauty And The Bloodshed (2022)

18. März, 22:00 Uhr, arte
Laura Poitras' in Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichneter Dokumentarfilm ist das Porträt einer Überlebenden: Die Fotografin Nan Goldin hat eine traumatische Kindheit und die AIDS-Krise überstanden, nun kämpft sie gegen die Opioidkrise, die in den USA bislang 500 000 Todesopfer forderte. Poitras zeichnet ein intimes, lebhaft vielschichtiges Bild der Künstlerin.