Promising Young Woman (2020)

28. August, 01:30 Uhr, ZDF
Mit ihrem Regiedebüt betritt die britische Schauspielerin Emerald Fennell das umstrittene Terrain des Rape-and-Revenge-Genres. In Teilen pointiert und treffend, ist ihr Film sehr daran interessiert, das Publikum am Ende etwas oberlehrerhaft mit den eigenen, problematischen Erwartungshaltungen zu konfrontieren.

Wo in Paris die Sonne aufgeht (2021)

29. August, 23:25 Uhr, 3sat
Jacques Audiards neuer Film ist ein forscher Kurswechsel: Zum ersten Mal dreht er in Schwarzweiß, zum ersten Mal adaptiert er einen Comic und verzichtet dabei (fast) ganz auf die Gewalt, die sonst das dramaturgische Kraftfeld seines Kinos bildet. Statt dessen zeichnet er ein lebhaftes Generationenporträt und inszeniert einen beschwingt melancholischen Liebesreigen im modernen Paris.

Saltburn (2023)

30./31. August, 00:40 Uhr, ZDF
Emerald Fennel (»Promising Young Woman«) nimmt sich in »Saltburn« auf bitterbös-satirische Weise die britische Upper Class vor.

Auf der Couch in Tunis (2019)

31. August, 20:15 Uhr, ONE
Charmant, witzig, aber leider hier und da oberflächlich erzählt Manele Labidi von einer jungen Psychologin (Golshifteh Farahani), die aus Paris in ihre Heimat Tunis zurückkehrt, um dort eine Praxis zu eröffnen – auch, um sich selbst zu finden.

Nur eine Frau (2019)

1. September, 23:15 Uhr, HR
Hatun Aynur Sürücü fiel im Jahr 2005 einem sogenannten Ehrenmord zum Opfer, weil sie sich von der Tradition ihrer streng gläubigen kurdisch-türkischen Familie gelöst hatte. Die Geschichte dieser jungen Frau erzählt die Regisseurin Sherry Hormann in »Nur eine Frau« radikal aus deren Sicht.

Souleymans Geschichte (2024)

2. September, 23:30Uhr, Arte
Der preisgekrönte Sozialthriller über einen afrikanischen sans-papiers, der als Essensauslieferer in Paris arbeitet und auf politisches Asyl hofft, besticht sowohl als dokumentarische Betrachtung der Schattenwirtschaft des Fahrradkuriergeschäfts und als berührendes Charakterporträt.

Pelikanblut (2019)

3./4. September, 00:55 Uhr, Arte
Die Geschichte eines schwer traumatisierten Kindes ist Grundlage für das Porträt einer Frau, die an ihre Grenzen geht. Nina Hoss führt ein fabelhaftes Ensemble an.

Book Club – Das Beste kommt noch (2018)

4./5. September, 00:50 Uhr, BR
Vier Frauen im Rentenalter lesen »50 Shades of Grey« und stürzen sich in Abenteuer. »Book Club« ist eine mit Jane Fonda, Mary Steenburgen, Candice Bergen und Diane Keaton toll besetzte, aber leider nicht gut geschriebene Altenkomödie.

Million Dollar Baby (2004)

5. September, 20:15 Uhr, ZDFneo
Amerikanisches Kino par excellence. Ein Americana über die Subkultur des Boxens. Und eine wunderbare Liebesgeschichte zwischen einem Trainer und seiner Boxerin. Zweifellos: Eastwood stellt sich mit »Million Dollar Baby« in eine Reihe mit Ford, Hawks und Sirk.

Bad Director (2024)

6. September, 23:10 Uhr, BR
Oskar Roehlers schont in seinem wenig zimperlichen Rundumschlag gegen die deutsche Filmbranche niemanden, am wenigsten sich selbst. In den besten Momenten entlarvend komisch, nutzt sich der Fremdschäm-Effekt in seinem ausufernden Vulgär-Exorzismus bald ab.

Die Welt wird eine andere sein (2021)

7. September, 23:15 Uhr, NDR
Anne Zohra Berrached beleuchtet erneut gesellschaftliche Fragen im Blick auf eine intime Paarbeziehung: Wie verändert sich nach einem einschneidenden Ereignis der Blick auf eine Liebesgeschichte?

Under the Silver Lake (2018)

8. September, 01:15 Uhr, ZDFneo
Ein bekiffter Slacker aus L.A. wird zum Hobbydetektiv und gerät in einen Strudel aus Paranoia und Verschwörungstheorien. ­David Robert Mitchells zitatreicher Neo-Noir ergibt wenig Sinn – soll er auch nicht, denn er ist eine clevere Mischung aus Genrereflexion, surrealem Paranoia-Thriller und augenzwinkernder Parodie: »Under the Silver Lake«.

Kleine schmutzige Briefe (2023)

8. September, 22:55 Uhr, MDR
Es scheint auf der Hand zu liegen, wer die obszönen Briefe in Umlauf bringt, die 1920 ein kleines englisches Küstenstädtchen in Aufruhr versetzen. Die Irin mit Kind ohne Mann muss es sein! Und während die Patriarchen die Zeichen der Zeit nicht lesen können, lösen die Frauen den Kriminalfall. Ein Emanzipationskostümdrama aus einer Vergangenheit, die so fern dann doch nicht scheinen mag.

Und morgen die ganze Welt (2020)

12. September, 22:10 Uhr, RBB
Julia von Heinz beschreibt in ihrem autobiografisch inspirierten Film die Radikalisierung einer Studentin in einer Antifa-Gruppe. Politisch hochaktuell, spannend in Szene gesetzt und doch reflektiert. Ein wichtiger deutscher Film.

An einem schönen Morgen (2022)

12. September, 23:30 Uhr, 3sat
Léa Seydoux spielt eine Übersetzerin, die einen Platz im Pflegeheim für ihren schwerkranken Vater sucht. In dieser emotional aufwühlenden Zeit begegnet sie plötzlich Clément (Melvil Poupaud), einem alten Freund, mit dem sie eine leidenschaftliche Affäre beginnt. »An einem schönen Morgen« ist oft nicht leicht zu ertragen, aber überzeugt doch als kluges Porträt einer selbstbewussten Frau in einer komplizierten Lebensphase.

Gaza Mon Amour (2020)

15. September, 01:15 Uhr, arte
In der ungewöhnlichen Romcom mit Checkpoints, Raketen und einer anstößigen Apollostatue verliebt sich ein 60-jähriger Fischer in eine Witwe. Ein melancholischer Film, der viel über den Alltag in Gaza erzählt.