Kritik zu Jesus liebt mich

© Warner Bros.

Der Schauspieler Florian David Fitz setzt in seinem Regiedebüt Himmel und Hölle in Bewegung, um dem deutschen Kommerzkino die Klischees auszutreiben. Und siehe: Seine Adaption eines Romans von David Safier funktioniert prächtig

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Schon die erste Szene birgt ein wundersames Versprechen. Die Welt geht mit Pauken und Trompeten unter, wenn auch nur auf der Bühne eines liebevoll gestalteten Papiertheaters, das an die apokalyptischen Szenarien der alten niederländischen Meister erinnert. Der Mann, der bei dieser angemessen theatralischen Version der Offenbarung des Johannes die Figuren und Prospekte in der Hand hat, scheint allerdings mehr mit seinen eigenen Dämonen beschäftigt zu sein. Immer wieder zieht er hastig an einer Zigarette oder nimmt einen Schluck aus dem Flachmann. Entsprechend verstört sind die Grundschüler, die dem improvisierten Spektakel in ihrer Turnhalle folgen. So hatte sich ihre Lehrerin den Auftritt des Dorfpfarrers nicht vorgestellt.

All die üblichen Kompromisse, die beinahe selbstverständlich für deutsche Komödien geworden sind, scheinen dem Schauspieler, Drehbuchautoren und nun auch Regisseur Florian David Fitz fremd zu sein. Das ließ bereits sein Drehbuch zu Vincent will mehr erahnen. Dessen frischer Grundton durchzieht auch diese sehr freie Adaption von David Safiers Roman »Jesus liebt mich«. Zugleich wechselt Fitz erneut wahrhaft virtuos zwischen den Stimmungen. Sein Regiedebüt ist romantische Komödie und Melodram, Provinzposse und Weltuntergangsszenario, Satire und Mysterienspiel in einem. So kann man sich nie ganz sicher sein, was im nächsten Augenblick geschehen wird. Trotzdem wirken diese oft abrupten Wechsel nie forciert. Fitz findet immer ein Gleichgewicht und bleibt dabei ganz nah an seinen Figuren.

Auf den sarkastischen Humor der ersten Szene, die Henry Hübchens Pfarrer Gabriel – einst Erzengel –, als eine Art Anarchisten Gottes einführt, folgt eine bis ins Groteske überspitzte Parodie auf die Klischees moderner romantischer Komödien. Natürlich muss die von Jessica Schwarz gespielte Neurotikerin Marie ihren Verlobten ausgerechnet am Traualtar verlassen. Statt ihm das Ja-Wort zu geben, fällt sie in Ohnmacht. Und natürlich verliebt sich Marie am nächsten Tag gleich wieder neu. Nur ahnt sie nicht, dass der etwas weltfremd wirkende Jeshua (Fitz) niemand anderes als der Messias ist. Am kommenden Dienstag soll die Welt nämlich endlich untergehen. Und Jesus will die letzten Tage noch einmal unter den Menschen verbringen. Als der Teufel, der bei Nicholas Ofczarek eher müde als wirklich böse wirkt, davon erfährt, wittert er seine große Chance. Vielleicht geht der letzte große Kampf doch anders aus, als von Johannes prophezeit.

Der Satan, der sich hier im wahrsten Sinne selbst stinkt, ist die eigentlich tragische Figur in einer Welt allzumenschlicher Fehler und Schwächen. Auch er ist nicht perfekt. Aber er muss anders als Michael Gwisdeks offensichtlich heillos überforderter Gott den Preis dafür zahlen. Wie Gwisdek, Hübchen und Fitz selbst holt Ofczarek seine Figur aus den Höhen biblischer Erzählungen auf den Boden der Erde. Das ermöglicht dem Regisseur Fitz einen neuen, durch und durch zartfühlenden Blick auf den Himmel und die Hölle, die Welt und die Menschen, der einem wieder etwas Glauben schenkt, und wenn auch nur an das kommerzielle deutsche Kino.

Meinung zum Thema

Kommentare

Sehr geehrte Damen und Herren

Schon mein ganzes Leben lang interessiere ich mich für Bibelfilme, ganz speziell für Jesus-Filme, weshalb ich auch so gut wie alle Filme dieses Genres kenne.

Aber der Film „Jesus liebt mich“, den ich zum ersten Mal im Juni 2014 auf DVD sah, hat mich berührt wie kein anderer es jemals tat.

Denn er spricht exakt meine tiefste Sehnsucht nach einer persönlichen Begegnung mit Jesus an, die ich schon seit frühester Kindheit in meinem Herzen trage.

Darum konnte ich nicht anders, als all meine Gedanken und Empfindungen, die dieser Film in meiner Seele auslöste, unter der Anleitung Gottes und seines Sohnes Jeshua aufzuschreiben:

Zunächst als 33 Seiten langen Brief an Florian David Fitz, den Drehbuchautor, Regisseur und Jesus-Darsteller des Films „Jesus liebt mich“, und anschließend als Buch zum Film, das schon längst hätte erscheinen können, wenn nicht die Rechteinhaber, Warner Brothers Entertainment GmbH Germany, meinen Verlag blockieren würden.

Auch einen persönlichen Facebook-Kontakt und schriftlichen Austausch zum international erfolgreichen und preisgekrönten jüdisch stämmigen Bestsellerautor, David Safier, der 2008 den Originalroman „Jesus liebt mich“ schrieb, nach dessen Motiven Florian dann 2010 das Drehbuch für seinen gleichnamigen Film verfasste, gewährte mir Gott durch seine Güte.

David zeigte im Februar 2015 großes Interesse an meinem Buch zum Film „Jesus liebt mich“ und bat mich, ihm dessen Prototyp zu schicken. Sofort, als er ihn erhalten hatte, warf er einen ersten Blick hinein – und bot mir daraufhin spontan das „Du“ an. Er versprach, das Manuskript in den kommenden Wochen ganz durchzulesen.

So kam es, dass dieser weltberühmte Erfolgsautor mein Buch las und sich mehrmals sehr positiv dazu äußerte, obwohl es sehr biblisch, kirchenkritisch und evangelistisch verfasst ist. Das ist ein großes Wunder für mich!

Florian David Fitz, der Drehbuchautor, Regisseur und „Jesus“-Darsteller des Films sieht sein Werk als eine Art „Trojanisches Pferd“.

Er hat ja einen Film gemacht, der auf den ersten Blick eine moderne, fetzige Mischung aus tiefsinniger sensibler Komödie, Liebes- und Endzeitdrama mit überzeugenden Computereffekten ist, die vor allem junge Menschen, insbesondere Mädchen und Frauen – nicht zuletzt weil Florian ihr Vorbild und Lieblingsschauspieler ist – tief berührt.

Auf den zweiten Blick ist der Film aber sehr kirchenkritisch, prangert auf subtile Weise antibiblische Dogmen und Traditionen an und vermittelt die Heilsbotschaft auf einfache aber treffende Weise ohne je religiös zu wirken.

So werden viele nicht gläubige Menschen, die vor der direkten Konfrontation mit der Bibel oder biblisch fundierter Literatur zurückschrecken würden, quasi durch die Hintertür behutsam mit der göttlichen Heilsgeschichte, dem Erlösungswerk und den biblischen Charakterzügen des Messias Jeshua vertraut gemacht.

Mein Buch versucht nun, diese Menschen dort abzuholen, wo sie aus geistlicher Sicht stehen. Meine Absicht ist es, anhand des Films, speziell über seine Rolle als „Jeshua“ die jungen Menschen von Florian, den sie lieben und schätzen, wenn nicht gar verehren, weg und dafür zum echten Jesus zu führen, indem ich die Haupthandlung des Films aus biblischer Sicht beleuchte und erkläre.

Falls Sie an meinem Buchprojekt zum Film „Jesus liebt mich“ interessiert sind, hier ein weiterführender Link:

https://antiaquarium.wordpress.com/2016/06/20/andrea-gumbert-und-ihr-buchprojekt-zum-film-jesus-liebt-mich/:

Viele Grüße,
Andrea Gumbert

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