Kritik zu Ice Age – Kollision voraus!

© 20th Century Fox

2016
Original-Titel: 
Ice Age: Collision Course
Filmstart in Deutschland: 
30.06.2016
P: 
Musik: 
L: 
100 Min
FSK: 
keine Beschränkung

Nach Eiszeit, Klimaerwärmung und Kontinentalverschiebung kommt in der fünften Folge der Urzeitkomödienserie das Unglück von oben: Mammut Manni und seinen Freunden droht der Himmel auf den Kopf zu fallen

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Scrat ist mal wieder an allem schuld. Bei seinen panischen Versuchen, seine existentielle Nuss zu knacken, setzt der urzeitliche Nager eine kosmische Kettenreaktion in Gang. Mammut Manni und seine Freunde ahnen zunächst nicht, was sich über ihren haarigen Köpfen zusammenbraut, stecken sie doch mitten in der Midlife-Krise. Papa Manni ist eifersüchtig auf den Verlobten seiner Tochter Peaches, Faultier Sid sucht vergeblich nach einer Gefährtin, und Säbelzahntiger Diego überlegt mit seiner Freundin, ob er Nachwuchs in die Welt setzen soll. Doch auf der Party zu Manni und Ellies Hochzeitsjubiläum herrscht bald Weltuntergangsstimmung. Denn das vermeintliche Feuerwerk entpuppt sich als Vorbote eines Asteroiden mit Kurs auf die Erde.

Seit der ersten »Ice Age«-Animationskomödie 2002 haben die knuffigen Tiere mit Eiszeit, Klimaerwärmung, und Kontinentalverschiebung einiges überlebt. Im fünften Abenteuer nun droht ihnen der Himmel auf den Kopf zu fallen. Nun ist es in den bisherigen Filmen trotz aller verrückten Details stets gelungen, witzige Charaktere und familiengerechtes Menscheln mit entwaffnend naiver Veranschaulichung erdgeschichtlicher Phänomene zu verbinden. Tatsächlich haben Meteoriteneinschläge schon mehrfach zu einem erdgeschichtlichen Neustart geführt. Doch mit Scrat, der ohne jede Erklärung in ein außerirdisches Raumschiff gerät und im Weltall zwischen Meteoriten herumfliegt, verliert die Handlung buchstäblich die Bodenhaftung. Der vielgeliebte irre Nager, der zuvor als Appetithäppchen zu Beginn und als Rausschmeißerpointe am Ende die Filme rahmte, muss als unfreiwilliger »deus ex machina« nun gleich mehrmals in das Erdgeschehen eingreifen.

Selbst nach dem Maßstab der »Ice Age«-Drehbuchautoren, die bisher vor keiner hanebüchenen Fantasie zurückschreckten, gerät diese Konstruktion zu verquast. Zwar erinnert der Versuch von Manni & Co, den Asteroiden mittels eines mit magnetischem Gestein munitionierten Vulkans von seinem Kurs abzulenken, an einen Jules-Verne-Roman. Doch mit Schwerkraft-Slapstick, Hippies in einem prähistorischen Shangri-La und dem Déjà-Vu mit Sauriern und dem draufgängerischen Wiesel Buck aus »Ice Age 3« werden so viele Fässer aufgemacht, dass die Handlung in eine schrille Revue von anspielungsreichen, aber kaum verbundenen Sketchen zerfällt.

Zwar ist die Animation rasant, bunt und detailreich, und viele Einfälle gewohnt originell um die Ecke gedacht; so erscheinen Planeten als Billardkugel-Dreieck und Sids Oma drückt mit ihrem Krückstock den Vulkan-Schalter. Die charakteristischen Synchronstimmen stellen bei diesem Spaß nach wie vor die Hälfte der Miete dar, obwohl Otto Waalkes' Faultier diesmal weniger Laberzeit bekommt. Doch bei zu vielen Szenen überwiegt der Eindruck der Beliebigkeit. Besonders jene, in denen in Sitcom-Manier Familienprobleme durchgearbeitet werden, fungieren sichtbar als Füllsel, um die Geschichte mühsam zu strecken. In dieser voraussichtlich letzten Fortsetzung der Filmreihe sterben die netten Urtiere statt durch einen Asteroideneinschlag durch den Mangel an Inspiration aus.

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