Kritik zu Toy Story 3

© Disney

2010
Original-Titel: 
Toy Story 3
Filmstart in Deutschland: 
29.07.2010
Musik: 
A: 
L: 
103 Min
FSK: 
keine Beschränkung

Nein, die »Toy-Story«-Serie soll offenbar nicht bis zur »Unendlichkeit und darüber hinaus« ausgedehnt werden: im dritten Teil des erfolgreichen Pixar-Franchises ist das Kind Andy erwachsen geworden, und die Toys müssen sich fragen, was aus ihnen wird

Bewertung: 4
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Diesmal heißt es Abschied nehmen. Andy verlässt das Elternhaus, um aufs College zu gehen. Was aber wird aus dem Spielzeug seiner Kindheit? Welches wird er dorthin als Erinnerung mitnehmen? Und was wird mit dem Rest geschehen? Werden sie alle auf dem Speicher landen, bei einem neuen Besitzer oder aber im Müll? Die Aufregung unter den Spielzeugen ist verständlich, die Autorität von Cowboy Woody, ihrem Anführer, wird infrage gestellt, nachdem er der Auserkorene für die Collegebegleitung ist. Sollen sie ihm glauben, dass sie eigentlich auf den Speicher sollten und sich nur aus Versehen auf der Straße neben dem Hausmüll wiederfinden?

Spielzeuge, die lebendig sind (dies aber für sich behalten), das war der Clou des ersten computeranimierten Langfilms von Pixar aus dem Jahr 1995. Auch wenn mittlerweile von anderen Pixar-Filmen Fortsetzungen in Arbeit sind, ist »Toy Story« doch das erste Franchise des Unternehmens und bewies beim Kinostart in den USA, dass die elf Jahre, die seit »Toy Story 2« vergangen sind, nicht zu einem Rückgang in der Popularität geführt haben.

Spielten die Figuren am Anfang von Toy Story noch Sheriff und Bandit, so ist daraus zu Beginn von »Toy Story 3« ein hochtechnifiziertes Weltraumabenteuer geworden – ein augenzwinkernder Hinweis auf die Weiterentwicklung der Technik in den Jahren dazwischen, die dieser Film nutzt, sich ihr gleichwohl aber widersetzt: seine Figuren bewahren sich den naiven Charme, den sie in den Vorgängerfilmen besaßen.

»To infinity and beyond«, das Motto von Buzz Lightyear, einer zentralen Figur aus den »Toy-Story«-Filmen, könnte durchaus auch das Motto von Pixar sein, wo man mit jedem neuen Film die Hürde für Computeranimation ein Stück weit höher legt – im Detailreichtum der Geschichten ebenso wie in der emotionalen Glaubwürdigkeit der Figuren. Dabei ist die Herausforderung bei »Toy Story 3« anders gelagert als bei genialen Neuschöpfungen wie »Ratatouille« oder »Wall·E«: erwartet werden die Erweiterung des Ensembles und neue Herausforderungen der abenteuerlichen Art. Für Ersteres sorgt diesmal vor allem das Zusammentreffen von Barbie und Ken, das mit dem Wissen über diese Figuren arbeitet, etwa einigen sonderbaren Vorlieben Kens. Ebenso darf eine vertraute Figur wie Buzz Lightyear ganz neue Ausdrucksweisen zeigen, wenn er durch Manipulationen an seinem Modus plötzlich Spanisch spricht. Und bei den Abenteuern ist der Gegner diesmal kein fieser Nachbarsjunge oder ein gieriger Sammler wie zuvor, sondern selber ein Spielzeug, ein verbitterter Plüschteddy, der im Kindergarten, in dem die Toys landen, eine Terrorherrschaft über die anderen Spielzeuge errichtet hat. Das ist nicht weniger gruselig als der Überlebenskampf in der Müllverbrennungsanlage, wo der Tod im Höllenfeuer unmittelbar bevorzustehen scheint. Zusammen mit dem melancholisch stimmenden Ende machen diese Elemente aus »Toy Story 3« einen Film, an dem auch Erwachsene ihr Vergnügen haben dürften.

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