Kritik zu Beware Boiúna

© Constantin Film

2026
Original-Titel: 
Beware Boiúna
Filmstart in Deutschland: 
12.11.2026
L: 
104 Min
FSK: 
16

Mal kein Hai, sondern eine Schlange: erfrischender Tierhorror, an dessen Produktion auch die deutsche Firma Constantin beteiligt war

Bewertung: 3
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Ein Ärzteteam reist im Rahmen einer humanitären Mission auf dem Amazonas. Dabei gerät es tief in den kolumbianischen Dschungel und stößt auf die Boiúna, eine riesige Schlange, die die Reisenden als Eindringlinge betrachtet und attackiert – als Inspiration diente hier die südamerikanische Mythologie. Der Film lebt maßgeblich von seinem Schauplatz, den Regisseur Mike P. Nelson immer wieder in fast dokumentarischen Bildern einfängt. Während Hai-Horrorfilme ihre Charakteristik von Strandkulissen und dem weiten, tiefen Meer bekommen, versprüht der Dschungel das Gefühl von Exotik und einer Umgebung, in der jede Ecke zu leben scheint, was hier durch eine beeindruckende Soundkulisse unterstrichen wird. Neben der Schlange sorgen Krokodile und Insekten für Gefahr (und Ekel), es gibt das trübe Wasser des Amazonas ebenso wie tückische Schlammgruben.

Die starke Atmosphäre, eine kluge Kameraführung, die Hektik und Schockmomente einfängt, und ein geschicktes Spiel mit der Frage, wer hier als Hauptfigur überleben darf, sorgen für kurzweilige Genreunterhaltung und beweisen, dass Tierhorror auch abseits des Trash-Bereichs funktionieren kann. Über die eine oder andere hölzerne Handlungs- und Charakterentwicklung kann man da getrost hinwegsehen. Lediglich das Ende, das zunächst mit Gore-Elementen aufwartet und dann eine einfache Auflösung anbietet, wirkt tatsächlich ein wenig unrund. Auch die Gestaltung der Monsterschlange, die man am Ende zum ersten Mal komplett zu Gesicht bekommt, verliert hier etwas ihre Wirkung. Zuvor war der Schrecken gerade deswegen so effektiv, weil man die Boiúna nur in Ausschnitten sieht.

Stimmig ist wiederum, dass der Film auch Themen wie illegalen Raubbau und Kolonialismuskritik einbaut. Denn was für die einen ein Ort faszinierender Exotik oder permanenter Gefahr ist, ist für andere die Heimat, die bedroht wird. Da ist die Schlange nur ein Problem von vielen.

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