Hans Schifferle

Filmkritiken von Hans Schifferle

Berührender Liebesfilm zwischen einem Jungbauern aus Yorkshire und einem sanften Saisonarbeiter aus Rumänien, ein Essay über Landschaften und Körperlichkeit: das alles ist Francis Lees Debüt »God's Own Country«. Queer Cinema at it's best
»Fast & Furious«, italian style. Die junge Giulia will Meisterin in der italiensichen Sportwagen-Serie werden. Trainiert wird sie von ihrem großen Bruder, einem Junkie und Ex-Racer. »Veloce come il vento«, Matteo Roveres Mixtur aus Rennfahrerfilm und Familiendrama, ist solide inszeniert und stellt ein kleines Revival des italienischen Genrekinos dar
Die Anatomie einer terroristischen Aktion: Zuerst beschreibt Bertrand Bonello, der große Melancholiker des neuen französischen Kinos, minutiös die Vorbereitungen der unbeschreiblichen Tat. Dann zeigt er den schrecklichen Nachhall des Terrors. »Nocturama« ist ein struktureller, geheimnisvoller Film über eine verlorene junge Generation
Ein kleiner packender Film-noir aus dem Kosmos der Schwulenpornos. Es geht um Liebe, Sex und Tod, um Gier und Erfolg, um Schönheit, Jugend und Alter. »King Cobra« birgt eine schmutzige, aberwitzige und schmerzliche Geschichte mit grandiosen, verstörenden Darstellungen von Christian Slater und James Franco
Vienna-Noir, der die schöne Wienerin neu definiert als melancholisches Supergirl mit Migrationshintergrund. Trotz überdrehter Action und manchmal überzeichneter Charaktere gelingen Stefan Ruzowitzky mit »Die Hölle – Inferno« aufregende Momente eines körperlichen Kinos zwischen Gewalt und Zärtlichkeit
Liza Johnson entwickelt in ihrem kleinen, feinen Film »Elvis & Nixon« keine ambitionierten Biografien, sie macht vielmehr aus der tatsächlich stattgefundenen Begegnung zwischen dem King des Rock'n'Roll und dem Schurkenpräsidenten eine absurde Komödie über amerikanische Mythen und Bilderwelten. Mit Michael Shannon als verstörendem Elvis
»Saint Amour« ist ein maskulines französisches Feelgoodmovie voller böser poetischer Widerhaken vom stets zwischen Skurrilität und Melancholie schwankenden Regie-Duo Delépine und Kervern
Existentialistisches Roadmovie, melancholische Komödie, moderner Ritterfilm, überbordende Satire auf prekäre Arbeitsverhältnisse – »Weiße Ritter«, der neue Film aus der Kölner Kino-Manufaktur von Markus Mischkowski und Kai Steinkühler
Ein hypnotischer, wagemutiger Frauenfilm von Julio Medem, dem baskischen Cine-Philosophen. Krebserkrankung, spanische Ökonomie, Fußball, russische Waisenkinder, Swingerclubs und der Kreislauf von Leben und Tod: All das und noch viel mehr verwebt Medem in »Ma Ma« zu einem Sehnsuchtsfilm und einer Hommage an eine spanische Mutter, die von Penélope Cruz als Heldin zwischen Mythos und Alltag gespielt wird
Eine Post-Punk-Band im blutig-existenziellen Kampf mit White-Power-Skins, deren charismatischer Anführer von »Star Trek«-Ikone Patrick Stewart verkörpert wird. Jeremy Saulniers harte Mixtur aus düsterer Rock-'n'-Roll-Fantasie und bizarr-amerikanischem Backwoods-Horror wirkt in seiner Suche nach Authentizität manchmal gewollt: »Green Room«

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