Frank Schnelle

Filmkritiken von Frank Schnelle

Im mittleren Teil der dritten »Star Wars«-Trilogie bringt Rian Johnson (»Looper«) eine neue Heldengeneration spektakulär in Stellung. Vieles fühlt sich sehr vertraut an, mit seinen verblüffenden Wendungen und einer kräftigen Prise Humor erweist sich das Franchise aber als überraschend vital und unterhaltsam
Nach einem gescheiterten Banküberfall will ein Kleinkrimineller seinen Bruder aus der Haft befreien. »Good Time« ist ein rasanter, schmerzhaft-sinnloser Trip ins Nirgendwo, von Joshua und Ben Safdie klaustrophobisch inszeniert
30 Filmjahre nach dem ersten Film geht ein neuer Blade Runner, stark gespielt von Ryan Gosling, auf Replikantenjagd und kommt einem Geheimnis auf die Spur, das die ganze futuristische Weltordnung ins Wanken bringen könnte. Voller überraschender, tatsächlich funktionierender Twists und mindestens so ernsthaft und seriös wie das Original. Ein Arthouse-Blockbuster, wie es sie nur einmal alle 35 Jahre gibt
Im Juni 2013 herrscht in Ägypten der Ausnahmezustand. Millionen protestieren gegen das Mursi-Regime. Der Ägypter Mohamed Diab beschreibt das Chaos in seinem kunstvoll reduzierten Drama »Clash«, das sich ausschließlich im Inneren eines Gefangenentransporters abspielt
Aberwitzige Komödie über zwei junge Männer, die sich eher zufällig als Kleinkriminelle mit Migrationshintergrund ausgeben und zu Medienstars avancieren. »Die Migrantigen« ist frech, flott und politisch höchst unkorrekt
Zum 20. Jubiläum seiner erfolgreichen Sketch-Comedy blamiert sich Bully Herbig mit einem lahmen, weitgehend witzfreien Neuaufguss, in dem es ein Wiedersehen gibt mit Winnetou & Old Shatterhand, Sissi & Franz und einigen anderen Gestalten aus der »Bullyparade«
Grandios inszeniertes, zutiefst musikalisch rhythmisiertes Actionspektakel, in dem ein junger Fluchtfahrer aus seiner kriminellen Routine ausbrechen will. »Baby Driver« ist eine popkulturelle Tour de Force, bei allem ­Eklektizismus aber trotzdem komplett frisch und originell – ein kühner Wurf, wie man ihn heutzutage im Kino nur selten erlebt
Nicht wirklich notwendige, aber durchaus amüsante Neuauflage, in der ein ziemlich naiver Spiderman um Anerkennung im Marvel-Universum kämpft. Dabei steckt der junge Peter Parker noch mitten in der Pubertät, und die Story von »Spider-Man: Homecoming« leiht sich überraschend viele Elemente bei der Highschool-Komödie
Nach dem Tod seines Vaters kommt ein Schauspieler zurück ins Ruhrgebiet, wo er zur eigenen Überraschung wahre Heimatgefühle entwickelt. »Sommerfest« ist eine sanfte Komödie von Sönke Wortmann nach dem Roman von Frank Goosen. Wahrhaftiges steht neben Klischeehaftem, hübsche Momente neben etwas zu konstruiertem Lokalkolorit
Anfangs temporeiche, witzige und überraschend selbstironische Neuauflage der einstigen Kultserie, in der Dwayne Johnson die Hasselhoff-Rolle mit großer Spiellaune ausfüllt. Später rutscht »Baywatch« zur albernen Agentenparodie ab

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Nach langer Kinopause meldet sich Paul Verhoeven eindrucksvoll zurück: mit einem dunkel funkelnden Juwel, das alle Kategorien von Gut und Böse sprengt. Der Academy war »Elle« erwartungsgemäß suspekt, bei den Golden Globes aber holte das bissige Vergewaltigungsdrama die Preise für den besten Auslandsfilm und die beste Hauptdarstellerin. In diesem Monat ist Paul Verhoeven Präsident der Berlinale-Jury
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Den Golden Globe hat sie eingeheimst, mit dem Oscar wurde sie für die "Beste Hauptdarstellerin" ausgezeichnet: Nach vielen Jahren in der zweiten Reihe steht Brie Larson dank »Raum« plötzlich im Rampenlicht
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Sterbehilfe ist inzwischen ein Standardthema des Kinos. Und zumeist erwischt es die Menschen vor der Zeit. Dieser erstaunlich heitere und bewundernswert kluge Film aus Israel aber verortet das Thema da, wo es hingehört: im hohen Alter
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Es sind nicht immer nur US-Blockbuster, die die nationalen Box-Office-Listen anführen. Über die Hits der anderen – und warum sie schon im Nachbarland nicht mehr laufen
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George Millers »Mad Max«-Filme prägten das Action­genre wie »Blade Runner« die Science-Fiction. Und sie machten Mel Gibson zum Star - Frank Schnelle blickt auf die ­legendäre Trilogie zurück
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Ihre Rollen zeigen sie als schöne Schweigerin und Sinnsucherin, die niemanden an sich heranlässt
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Vielfältig wie eh und je: die US-Independents im Berlinale-Programm