Frank Schnelle

Filmkritiken von Frank Schnelle

Auf dem Weg nach Jerusalem hält der von Ewan McGregor gespielte Jesus meditative Einkehr in der Wüste. »40 Tage in der Wüste« ist ein von Regisseur und Autor Rodrigo García langsam und handlungsarm angelegtes Gedankenexperiment, das den Gottessohn als irdische Gestalt interpretiert
Unspektakuläre, aber toll fotografierte Dokumentation über junge Menschen im Gazastreifen. Das Surfen bietet ihnen die seltene Gelegenheit, aus einem Alltag auszubrechen, der von Not, Chaos und wiederholten Raketenangriffen geprägt ist
Dokumentation über die Aufrüstung der US-Polizei, die sich mehr und mehr in eine Armee im eigenen Land verwandelt. Regiedebütant Craig Atkinson agiert in »Do Not Resist« investigativ wie Michael Moore und schärft trotz handwerklicher Schwächen den Blick für die Komplexität der Zusammenhänge
Sensibler Kriegsfilm über einen US-Soldaten, der als gefeierter Held eine Heimattournee über sich ergehen lassen muss. Regisseur Ang Lee inszeniert »Die irre Heldentour des Billy Lynn« gewohnt unaufgeregt und realistisch und erzählt von den grotesken Mechanismen der Unterhaltungsmaschinerie, aber auch von der Grausamkeit des Kampfeinsatzes und der Entfremdung zwischen Soldaten und Daheimgebliebenen
Basierend auf einer wahren Begebenheit erzählt »Mein Blind Date mit dem Leben« von einem nahezu blinden Mann, der eine Hotelfachausbildung absolviert. Amüsante, im letzten Drittel leider etwas zu formelhafte Romantic Comedy
Pablo Larraíns raffiniert verschachtelter Film »Jackie« rekonstruiert die Woche nach dem Attentat auf John F. Kennedy aus der Sicht der von Natalie Portman grandios gespielten Witwe und schafft so kein konventionelles Biopic, sondern einen bewegenden Diskurs über Trauer und Erschütterung
Til Schweiger, Matthias Schweighöfer, Jan-Josef Liefers und Bully Herbig verleihen dem Comeback von Starregisseur Wolfgang Petersen zwar jede Menge Starpower, aber nur wenig Schauspielkunst. Wie alles in der Schenkelklopfer-Gaunerkomödie »Vier gegen die Bank« setzen sie auf maßlose Übertreibung. Kaum auszuhalten
Ansehnlich inszenierte, aber oberflächliche Biografie des Meeresforschers und Filmemachers Jacques-Yves Cousteau, der vor allem während der 50er und 60er Jahre als Mann mit der roten Wollmütze an die 100 Filme produzierte und drei Oscars einheimste
Thematisch reizvolles, dramaturgisch und schauspielerisch nur bedingt überzeugendes Protokoll eines inneren Niedergangs: Florian Eichinger erzählt in »Die Hände meiner Mutter« von den Spätfolgen des Missbrauchs eines kleinen Jungen durch seine Mutter
Der Science-Fiction-Film »Arrival« des Kanadiers Denis Villeneuve (»Sicario«) ist ein ruhiger, nachdenklicher, kluger Film mit Tiefgang

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Nach langer Kinopause meldet sich Paul Verhoeven eindrucksvoll zurück: mit einem dunkel funkelnden Juwel, das alle Kategorien von Gut und Böse sprengt. Der Academy war »Elle« erwartungsgemäß suspekt, bei den Golden Globes aber holte das bissige Vergewaltigungsdrama die Preise für den besten Auslandsfilm und die beste Hauptdarstellerin. In diesem Monat ist Paul Verhoeven Präsident der Berlinale-Jury
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Den Golden Globe hat sie eingeheimst, mit dem Oscar wurde sie für die "Beste Hauptdarstellerin" ausgezeichnet: Nach vielen Jahren in der zweiten Reihe steht Brie Larson dank »Raum« plötzlich im Rampenlicht
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Sterbehilfe ist inzwischen ein Standardthema des Kinos. Und zumeist erwischt es die Menschen vor der Zeit. Dieser erstaunlich heitere und bewundernswert kluge Film aus Israel aber verortet das Thema da, wo es hingehört: im hohen Alter
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Es sind nicht immer nur US-Blockbuster, die die nationalen Box-Office-Listen anführen. Über die Hits der anderen – und warum sie schon im Nachbarland nicht mehr laufen
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George Millers »Mad Max«-Filme prägten das Action­genre wie »Blade Runner« die Science-Fiction. Und sie machten Mel Gibson zum Star - Frank Schnelle blickt auf die ­legendäre Trilogie zurück
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Ihre Rollen zeigen sie als schöne Schweigerin und Sinnsucherin, die niemanden an sich heranlässt
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