Burghart Klaußner

Als Schauspieler/in:

Stalinstadt, DDR, im Jahr 1956: Aus Solidarität für die Beteiligten des Ungarn-Aufstands beschließen Abiturienten spontan eine Schweigeminute. Dieser kleine Akt der Solidarität wird von den SED-Funktionären als politischer Widerstand gedeutet und geahndet. Lars Kraume stellt in »Das schweigende Klassenzimmer« die grundsätzliche Frage nach dem historischen Gewordensein, indem er die frühen DDR-Jahre erzählerisch mit der Vergangenheit der autoritären Väter verschränkt
Biederer Psychothriller, der innovationsarm mit dem bekannten Doppelgängermotiv spielt. Auch hochkarätig besetzte Nebenrollen retten »Freddy/Eddy« nicht vor seinem unglaubwürdigen Plot
Wahr anmutende Geschichte nach dem Roman von Erik Fosnes Hansen, die bei der Transformation auf die Leinwand Kraft und erzählerische Tiefe eingebüßt hat: »Das Löwenmädchen«
Der zweite Film um den hessischen Generalstaatsanwalt konzentriert sich auf dessen Suche nach Adolf Eichmann. »Der Staat gegen Fritz Bauer« ist eine bewegende Studie in Sachen Fremdheit und Widerstand
Oliver Hirschbiegels Biopic über Georg Elser und sein missglücktes Hitler-Attentat funktioniert als überfällige Geschichtslektion über einen vergessenen Helden und besseres Gegenstück zu seinem Untergang
Chronik eines langen Tages: Am frühen Morgen des 25. August 1944 schleicht sich der schwedische Diplomat Raoul Nordling in die Amtsräume des Wehrmachtsgenerals Dietrich von Choltitz. Der hat den Befehl, Paris in Schutt und Asche zu legen, und Nordling will ihn davon abhalten. Volker Schlöndorffs Kammerspiel »Diplomatie«stellt das Duell der beiden in den Mittelpunkt: ein intensiver Film über die Freiheit der Entscheidung
Regisseur Bille August gelingt ein imposantes Stück europäisches Kino. Seine Verfilmung von Pascal Merciers Weltbestseller glänzt zwischen psychologischer Charakterstudie und politischem Thriller un
Die Geschichte einer klammheimlichen Eskalation: Mehr und mehr »Verwandte« nisten sich in der abgelegenen Villa eines Witwers (Burghart Klaußner) ein und übernehmen allmählich die Macht im Haus. Raffiniertes Psychodrama
Frei nach wahren Begebenheiten schildert Sebastian Grobler in seinem heiter-beschwingten Kinodebüt die Geburtsstunde des deutschen Fußballs. Im Braunschweig des Jahres 1874 infiziert der Pädagoge Konrad Koch (Daniel Brühl) seine Klasse mit dem Fußballvirus und erzieht sie wie einst Robin Williams im »Club der toten Dichter« zu eigenständigem Denken und solidarischem Handeln
Der visuell aufwendig gestaltete Historienfilm von Philipp Stölzl (»Nordwand«) geht mit dem jungen Wolfgang Goethe erfrischend respektlos um, enttäuscht dann aber doch durch die blasse Zeichnung der Dichterfigur

Stimme bei:

»Chamissos Schatten« ist eine besonders gelungene und reichhaltige Arbeit Ulrike Ottingers, die sich durch visuelle Schönheit, erzählerische Gelassenheit und reiche historische Resonanz in Reiseberichten aus dem 18. und 19. Jahrhundert auszeichnet. Aber auch – so einfach wie wirkungsvoll – entspannt ausführlicher Ersatz-Tourismus für alle, die sich solche Reisen selbst nicht leisten können