Benedict Neuenfels

Kammeramann/frau von:

Vienna-Noir, der die schöne Wienerin neu definiert als melancholisches Supergirl mit Migrationshintergrund. Trotz überdrehter Action und manchmal überzeichneter Charaktere gelingen Stefan Ruzowitzky mit »Die Hölle – Inferno« aufregende Momente eines körperlichen Kinos zwischen Gewalt und Zärtlichkeit
Regisseurin Sylke Enders erzählt in »Schönefeld Boulevard«, wie sich eine Abi­turientin gegen Mitschülerinnen und ihr Elternhaus durchsetzen und sich selbst finden muss. Großartig: Julia Jendroßek in der Hauptrolle
Ohne Nostalgie, aber auch ohne moralinsaures Überlegenheitsgetue wirft Dominik Graf einen frischen Blick auf die DDR des Jahres 1961, kurz vor dem Mauerbau. In einer ebenso zauberhaften wie wirklichkeitsnahen Ménage à trois geht es um die Utopien des Lebens und der Liebe - bevor sie vom Mauerbeton erstickt werden
Die systematische Ermordung von zwei Millionen jüdischer Zivilisten durch deutsche Spezialeinheiten an der Ostfront ab 1941 rekons­truiert dieser Film durch Zitate aus Briefen, Tagebüchern und Protokollen. Auf der Bild­ebene versucht er dabei, mit Verfremdungen zu arbeiten, was ihm nicht immer gelingt
Nina Grosses Verfilmung des gleichnamigen Romans von Bernhard Schlink stellt die brisante Frage noch einmal, wie sich das Private und Politische wechselseitig bedingen. »Das Wochenende« ist ein spannendes Wechselspiel der brüchigen Stimmungslagen
Durchwachsen inszenierte Mischung aus Abschiebedrama und Teenagerfilm mit einigen schönen Momenten
Es sieht so aus, als hätte unbedingt eine Trilogie (ein Produzententraum) vervollständigt und ein Drehbuch (Roger Willemsen) verfilmt werden müssen. Aber der Film bringt schonungslos die Textschwächen an den Tag – und sich durch völlig unmotivierte Bildeinfälle zusätzlich in die Bredouille
Ekstase und Analyse: Mahler und Freud über Liebe, Sex und Tod – und über ein unergründliches weibliches Wesen namens Alma. Percy Adlon und Sohn Felix liefern ein vor Ironie und Sinnlichkeit überbordendes, manchmal auch sehr berührendes Künstlermelodram über die Wurzeln der Moderne: »Mahler auf der Couch«
Mit der Verfilmung von Zeruya Shalevs gleichnamigem Roman »Liebesleben« ist Maria Schrader ein eindrucksvolles Spielfilmdebüt gelungen, in dem aus dem Sog eines schwelenden Familiengeheimnisses die ebenso rauschhafte wie destruktive Liebe zwischen einem abgeklärten älteren Mann und einer lebenshungrigen jungen Frau entsteht
Mit Der Felsen hat Dominik Graf nach acht Jahren wieder einen Film fürs Kino gemacht. Auf der Berlinale war er heftig umstritten, bei den Deutschen Filmpreisen wurde er übersehen. Dabei gelingen Graf und seinem Kameramann Benedict Neuenfels nicht nur eine aufregende Nähe zu den Figuren, sondern auch eine ganz eigene Ästhetik mit der DV-Kamera