Kritik zu Seventh Son

© Universal Pictures

2014
Original-Titel: 
Seventh Son
Filmstart in Deutschland: 
05.03.2015
Musik: 
L: 
102 Min
FSK: 
Ohne Angabe

Verhexte Grusel-Fantasy für Teenager: In Sergei Bodrovs Verfilmung des Erfolgsromans »Spook – Der Schüler des Geisterjägers« erledigen etablierte Schauspielgrößen wie Jeff Bridges und Julianne Moore Dienst nach Vorschrift

Bewertung: 2
Leserbewertung
0
Noch keine Bewertungen vorhanden

Was für ein wildes, krudes Potpourri aus den Zutaten bewährter und erfolgreicher Kinomythen wie Herr der Ringe, Star Wars und Chroniken von Narnia rührt hier der Regisseur Sergei Bodrov zusammen! Wie verhext verhält es sich dementsprechend mit dem nicht besonders originären Charme, den dieser überfrachtete Fantasy-Film hat? Der pseudophilosophische Überbau der Geschichte (basierend auf Joseph Delaneys Kinder- und Jugendroman »Spook – Der Schüler des Geisterjägers«) handelt, na klar, von einer Prophezeiung. So weit, so bekannt. In diesem Fall hat das Schicksal den jungen Tom (Ben Barnes) gewählt, siebter Sohn eines siebten Sohns – der somit auserkoren wurde, dem heiligen Orden der Geisterjäger beizutreten, um wieder Balance in die Welt zu bringen.

Diese antiquierte Form des Jedi-Ordens hat nur noch ein letztes Überbleibsel in Gestalt des recht verlotterten und chronisch übellaunigen John Gregory (Jeff Bridges), der hier wie ein müder Gandalf-Abklatsch mit chronischem Sodbrennen und Migräne aus dem Bart nuschelt. Gemeinsam wollen Meister und Schüler der garstigen Hexenkönigin Mutter Malkin (Julianne Moore) das Handwerk legen, die sich nicht nur in einen garstigen Dinosaurier »morphen« kann, sondern auch unendliche Macht erlangt, wenn in wenigen Tagen Blutvollmond ist – ein seltenes Schauspiel, das sich nur einmal im Jahrhundert ergibt.

Während die Kostüme aus der Resterampe von Tarsem Singhs letztem Film zu stammen scheinen, versuchen Bridges, Barnes und Moore vergeblich, dem unwirklichen Setting ein wenig Authentizität zu verleihen. Doch während es bei Peter Jacksons Ringe- und Hobbit-Filmen eine gesunde Koexistenz zwischen den Green-Screens der CGI und dem menschlichen Antlitz der Darsteller gibt, wirken die Figuren hier wie Verlorene in einem gut sortierten Wal-Mart-Supermarkt. Dass Seventh Son zum Ende sogar ein Sequel andeutet, stellt für die Zuschauer vielleicht das größte Rätsel dar.

Meinung zum Thema

Ihre Meinung ist gefragt, Schreiben Sie uns