Kritik zu Maze Runner – Die Auserwählten in der Todeszone

20th Century Fox

2018
Original-Titel: 
Maze Runner: The Death Cure
Filmstart in Deutschland: 
01.02.2018
R: 
Musik: 
FSK: 
Ohne Angabe

In der vermutlich letzten Fortsetzung der Jugendserie kämpfen die Teenager in einer postapokalyptischen Welt weiter gegen eine verbrecherische Organisation

Bewertung: 3
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Eine Besprechung des dritten Teils der »Maze Runner«-Reihe ist an sich ein Fall für eine lange »Was bisher geschah«-Einführung. Ähnlich wie in den Fortsetzungen anderer »Young Adult«-Romanverfilmungen setzt Regisseur Wes Ball die Kenntnis der verästelten Vorgeschichte voraus und wirft den Zuschauer ohne Erklärung ins kriegerische Geschehen. Doch so wie das titelgebende »Maze«-Motiv, also jener innovative Irrgarten, in dem in Teil 1 (2014) eine Handvoll Kinder und Teenager ausgesetzt wurden, inhaltlich längst ad acta gelegt ist, bietet wie in Teil 2 auch das mutmaßliche Finale nichts umwerfend Neues. Die Handlung erweist sich als Potpourri von Déjà-Vus verschiedener Genres. Die entführten Teenager, denen man seit 2014 beim Wachsen zusehen konnte, kämpfen gegen einen allmächtigen Konzern, gegen ein tödliches Virus, gegen zombieähnliche Infizierte, und versuchen in einer postapokalyptischen Welt, die säuberlich zwischen Herrschenden und Subproletariat aufgeteilt ist, eine Nische zum Überleben zu finden. Zuvor gestorbene oder abtrünnig gewordene Gefährten tauchen wieder auf, Nebendarsteller sterben dramatisch, und der melancholische Anführer Thomas wird zum Erlöser stilisiert. Nach dem Muster von apokalyptischen Seuchenfilmen und Vampir-Werwolf-Scharmützeln ist Blut hier der ultimative McGuffin. Die zwischendurch aufgeworfene Frage, ob es moralisch vertretbar ist, junge Menschen als Laborratten zu opfern, um für das Wohl der Allgemeinheit ein Serum zu finden, erweist sich als bloße Rhetorik und Kunstpause zur Taktung der ausufernden Actionszenen.

Diese allerdings sind mit all ihren Reminiszenzen von »Mad Max« über »Die Tribute von Panem« bis hin zu »Resident Evil« mit seiner »Umbrella«-Corporation ziemlich eindrucksvoll. Bereits die Ouvertüre, in der halbwüchsige Rebellen im Che-Guevara-Schick mit rostigen Jeeps die in einem Güterzug gefangenen Kinder befreien wollen, besitzt einen tollen Drive und erfreut mit handgemacht wirkender und einfallsreicher Action. Effektvoll werden im folgenden bürgerkriegsähnlichen Szenario die Baracken einer kaputten Restwelt mit aufgeräumten Hochhausschluchten kontrastiert. Wenn die monströse Betonfestung, hinter der sich die Oberklasse verschanzt, gestürmt wird, richtet Wes Ball ein Feuerwerk aus explodierenden Gebäuden an, mit Straßenkämpfen, die durchaus an aktuelle Nachrichtenbilder erinnern.

Thomas und sein Teenager-Team indes bilden eine Guerilla, die sich zwischen den Kampfparteien bewegt und ihre eigene Agenda verfolgt. Kaum ein Mensch über 30 befindet sich in ihren Reihen. Schon deshalb macht es Sinn, dass diese Filmreihe endet. Denn das Alleinstellungsmerkmal der Serie – Jugendliche kämpfen gegen korrumpierte Erwachsene – geht seinem biologischen Ende entgegen. In einem letzten Aufbäumen gegen das Erwachsenwerden und den damit einhergehenden Verlust der Unschuld wird am Ende ein hippieartiges Paradies in Szene gesetzt, in dem Gesichter mit Resten von Babyspeck nachdenklich aufs Meer starren.

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