Kritik zu Malavita

© Universum

2013
Original-Titel: 
The Family
Filmstart in Deutschland: 
21.11.2013
R: 
S: 
L: 
111 Min
FSK: 
12

Giovanni war mal Pate von New York. Dann hat er seine Kumpels verraten und ist ins Exil gegangen – nach Frankreich, ausgerechnet. Formelhafte Gangsterkomödie von Luc Besson, die trotz Starbesetzung einfach nicht zündet

Bewertung: 2
Leserbewertung
3.5
3.5 (Stimmen: 2)
In einem beschaulichen normannischen Dorf lässt sich eine typisch amerikanische Familie nieder. Während Fred Blake seinem Nachbarn erklärt, er schreibe ein Buch über die Landung der Alliierten, sucht seine Frau Maggie im örtlichen Supermarché vergeblich nach peanut butter. Die ihrem Namen Ehre machende Tochter Belle wird von Jungs angeschwärmt, derweil ihr kleiner Bruder den Schulhof aufmischt. Eine normale Familie? Nicht ganz: Fred heißt in Wahrheit Giovanni und war der Pate von New York. Seine Aussage brachte mächtige Mafiosi hinter Gitter, jetzt ist er per Zeugenschutzprogramm abgetaucht. Ein FBI-Agent (Tommy Lee Jones) soll dafür sorgen, dass er sich im französischen Exil unauffällig verhält. Leichter gesagt als getan, denn für Giovanni und seine Familie ist nach wie vor Gewalt das Mittel der Konfliktlösung. So ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Mobster mit anrücken und das Massaker beginnt.
 
Die GoodFellas-Hommage verspricht einen spaßigen amerikanisch-italienisch-französi­schen culture clash. Doch Luc Bessons uninspirierte Adaption des gleichnamigen Romans von Tonino Benacquista kann sich nicht zwischen schwarzer Komödie und Mafiathriller entscheiden. Für den Franzosen ist dieser Film eigentlich ein Heimspiel, weswegen man erstaunt ist, wie wenig er sich für die Atmosphäre im normannischen Dorf und das Zeitkolorit der frühen 90er interessiert. Da die französischen Charaktere schemenhaft wirken, bleibt der selbstreferenzielle Mafiadiskurs in der französischen Provinz ein Fremdkörper. Robert De Niro ahmt sich selbst nach, und als Pasta kochende Vollblutitalienerin ist Michelle Pfeiffer fehlbesetzt. Wenn am Ende die ahnungslosen Dorfbewohner wie in einem Video­spiel niedergemetzelt werden, dann wirkt auch die Gewaltdarstellung überzogen. Die von Scorsese produzierte Groteske ist fade wie ein Hamburger, den man im französischen Restaurant von einem italienischen Kellner serviert bekommt.

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