Kritik zu Das ist das Ende

© Sony Pictures

2013
Original-Titel: 
This is the Ende
Filmstart in Deutschland: 
08.08.2013
S: 
Musik: 
L: 
107 Min
FSK: 
16

Seth Rogen und Evan Goldberg lassen in ihrem Regiedebüt über Los Angeles die Apokalypse hereinbrechen, während sich ihr ganzer Freundeskreis gerade bei James Franco zur Party versammelt hat

Bewertung: 2
Leserbewertung
2
2 (Stimmen: 1)

Dem Vorwurf, man nehme sich selbst zu ernst, kann man nur mit einer Methode begegnen: Man muss sich über sich selbst lustig machen. Das zumindest scheint das erklärte Ziel dieses Regiedebüts von Seth Rogen und Evan Goldberg. Und auch wenn man unterschiedlicher Meinung darüber sein kann, wie lustig ihr Das ist das Ende ist, rührt es doch irgendwie, dass die beiden zusammen mit befreundeten Schauspielern wie James Franco, Jonah Hill, Michael Cera, Emma Watson und anderen mehr sich beim Beweis der Selbstironiebefähigung so viel Mühe geben.

Das also ist der erste »Witz«: die Genannten spielen alle Versionen ihrer selbst. Wie es das Genre so will, sind das ins Negative überzeichnete Karikaturen ihres öffentlichen Images – oder so hoffen wir zumindest. Seth Rogen also stellt sich als den Star dar, den alle immer noch wegen The Green Hornet aufziehen, der aber mit allen irgendwie gut auskommt. Die Filmhandlung setzt damit ein, dass er Besuch von seinem alten Freund Jay Baruchel bekommt, der wiederum ein bisschen hintergründigen Neid auf Rogens Karriere mimt und gleichzeitig der ganzen Hollywood-Blase mit Verächtlichkeit begegnet. Rogen schleift ihn trotzdem mit zur Hauseinweihungsparty seines Kumpels James Franco, der sich hier so pseudointellektuell und überheblich gibt, wie man es ihm gern unterstellt.

Da die Party gut besucht ist, könnte man die Beschreibung der auftretenden Promis noch lange fortsetzen, man kann aber auch einfach zusammenfassen, dass Narzissmus, Oberflächlichkeit und ein Hang zu Drogen in und um Los Angeles offenbar immer noch weit verbreitet sind und die jüngere Generation an Stars wie Watson, Hill und Cera darin ihren Altvorderen von »Hollywood Babylon« in nichts nachsteht. Da das alleine noch keinen Film ergäbe, bemühen Rogen und Goldberg die Apokalypse. Sie tun es mit dem ihnen eigenen »Stoner«-Humor: gerade als Baruchel und Rogen um die Ecke Zigaretten kaufen gehen, beginnt es. Feuer fällt vom Himmel, der Boden reißt auf. Sie glauben sich zunächst in einem Erdbeben. Doch dann sind da diese blauen Strahlen, mit denen Menschen in den Himmel gehoben werden. Als die beiden zurück zu Francos Haus kommen, hat dort allerdings noch niemand etwas bemerkt. Aber die Apokalypse lässt nicht lange auf sich warten.

Wer mit den auftauchenden Stars vertraut ist, wird seine Freude haben an den Image-Parodien, während hier einer nach dem anderen in den Höllenschlund gezogen oder von schlimmeren Himmelsstrafen ereilt wird. Wem Namen wie Danny McBride, Craig Robinson oder David Krumholtz nichts sagen, sieht einen um Humor bemühten Film mit billigen, aber gut funktionierenden Spezialeffekten. Die verarbeiteten Filmzitate aus The Exorcist und Ähnlichem erscheinen dagegen wenig originell. Und mit der Botschaft »Seid ein bisschen selbstlos, dann werdet ihr gerettet « verflüchtigt sich am Ende leider dann doch noch die Selbstironie: Wer so argumentiert, nimmt sich eben doch ziemlich ernst.

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