Gut gebellt!

»Isle of Dogs« (2018). © 20th Century Fox

Wes Anderson ist ein Meister in der Vermischung der Stile. Er benutzt die filmischen Mittel, wie es ihm gerade passt und kreiert dadurch einen ganz eigenen Stil. Rosa Filme beispielsweise, Filme wie Laub und Äste oder Filme der schrägen Konversation. Mit seinem Animationsfilm, »Isle of Dogs –  Ataris Reise«, der die Berlinale heute eröffnete, hat er sämtliche inneren Grenzen der Tricktechnick überschritten. Puppen, Zeichnungen, Computergrafik, Knetfiguren, Schattenspiel umnd Motion-Capture Verfahren, Unter- und Übertitel sowie handlungsunterstützende Einblendungen, all das bringt er problemlos in seiner Geschichte unter. Das Bellen übrigens wurde in ein hervorragendes Englisch übersetzt, das Japanisch blieb oftmals wie es für die meisten Menschen eben ist – unverständlich.

Die Geschichte ist einfach und baut auf alten tierischen Animositäten auf. Der Bürgermeister einer japanischen Megacity mag Katzen und verbannt alle Hunde, nachdem er sie vielfach und unheilbar infiziert hat, auf eine Insel, auf der sonst nur Müll gelagert wird. Dort leben sie solange, bis in den Versuchslabors grausam an absurden Versuchen verenden. Wäre da nicht Atari, der kleine Waisenjunge, der seinen geliebten Schutzhund retten will. Bis das gelingt paart sich Humor mit grandiosem Stoptrick und Wes Anderson läßt sechs und mehr Hundepuppen tanzen. Die Stimmen von Edward Norton, Liev Schreiber, Bill Murray, Jeff Goldblum und Scarlett Johansson unterstützen ihn dabei, wären aber nicht wirklich nötig gewesen. Auch hier wird das Starvehikel wieder mal überschätzt. Nein, der Film überzeugt in seinem Durcheinander vor allem mit seiner Erzählweise. Diktatorische Katzenliebhaber und Hundehasser, verliebte Vierbeiner und ein fast sprachloser japanischer Junge, das sind nicht die Zutaten, aus denen Erfolgsfilme gemacht werden. Aber so überladen der Film wirkt, er bricht darunter nicht zusammen und man entwickelt einen heimliche Freude daran, all die filmischen und gesellschaftlichen  Anspielungen aufzudecken. Und die banale Botschaft, dass die Welt besser wäre, wenn sich alle mögen und schätzen würden, darüber zu vergessen.

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