Volles Programm zum Jubiläum: Das zehnte goEast-Festival des mittel- und osteuropäischen Films in Wiesbaden und Frankfurt
Zum zehnten Mal findet vom 21. bis zum 27. April in Wiesbaden und Frankfurt das goEast-Festival statt, das sich ganz dem mittel- und osteuropäischen Film widmet. In Zeiten, in denen vor allem russische und rumänische Filme Festivalerfolge feiern und Kritiker begeistern, einem größeren Publikum in Deutschland aber weitgehend vorenthalten bleiben, kommt dem vom Deutschen Filminstitut – DIF veranstalteten goEast weiterhin eine hohe Bedeutung in der deutschen Festivalszene zu. Vorsitzender der Festivaljury wird der Filmkritiker und Vorsitzende des russischen FIPRESCI-Verbandes Andrej Plachow sein. Um die Preise des Festivals konkurrieren zehn Spiel- und sechs Dokumentarfilme, vierzehn davon feiern bei goEast ihre Premiere. Im Spielfilmwettbewerb sind das unter anderem „Metastasen“ von Branko Schmidt, der in der kroatischen Hooligan- und Neonaziszene spielt, „Das Märchen der Dunkelheit“ über eine Polizistin, die nach umherirrenden Kindern sucht, oder „Transmission“, ein kühler Thriller, der in der nahen Zukunft spielt. Bei den Dokumentarfilmen zeigt das Festival unter anderem den rumänischen Beitrag „Constantin und Elena“ von Andrei Dascalescu über ein Liebespaar, das seit 54 Jahren verheiratet ist, und „Weiberradio“ von Ekle Sasse. In ihm geht es um drei alte Frauen und ihren Tratsch, der in ihrem ukrainischen Dorf als Informationsbörse dient. Daneben wird dort auch „How I Ended This Summer“ von Alexei Pogrebski laufen, der auf der Berlinale die Preise für den besten Darsteller und die beste Kamera gewann und lange auch zu den Favoriten für den Goldenen Bären gezählt wurde. Ein archaischer Thriller, der von zwei Männern handelt, die gemeinsam in einer Forschungsstation arbeiten und an ihrem Arbeitsort, einer Insel im Arktischen Ozean gefangen sind. Die zehn Spielfilme konkurrieren um den mit 10.000 Euro dotierten Skoda-Preis „Die Goldene Lilie“. Der ebenfalls mit 10.000 Euro dotierte Preis „Erinnerung und Zukunft“ der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft wird an die sechs Beiträge im Dokumentarfilmwettbewerb vergeben. In den Reihen Signatur und Highlights werden vor allem Filme vorgestellt, die in ihrer Heimat oder auf Festivals schon mit großem Erfolg gelaufen sind. Darunter ist auch der letztes Jahr in Cannes gefeierte (und mit dem Preis der „Un certain regard“-Jury ausgezeichnete) rumänische Film „Polizei, Adjektiv“ und „Eineinhalb Zimmer“, das Porträt des russischen Schriftstellers Joseph Brodsky von Animationsfilmlegende Andrey Khrzhanowskiy. Die Hommage ist dem sowjetisch-georgischen Filmemacher Otar Iosseliani gewidmet, aus dessen Werk zehn Filme zu sehen sein werden, begleitend dazu gibt es eine Ausstellung mit Skizzen zu seinen Filmen. Iosseliani selbst wird als Ehrengast am 25. April zu einem Werkgespräch auf dem goEast anwesend sein. Gezeigt werden bei dem Festival vor allem die Filme, die er vor seiner Emigration nach Frankreich im Jahr 1982 gedreht hat, darunter auch seinen Debütfilm „Die Weinernte“. Auch sein Film „Ein Sommer auf dem Dorf“, den er 1975 fertig stellte und der dann mehrere Jahre unter Verschluss gehalten wurde, wird auf dem Festival zu sehen sein. Der Erfolg des Films auf der Berlinale 1982 war einer der Auslöser für seine Emigration aus der Sowjetunion gewesen. Das Symposium widmet sich 2010 in einer Reihe von Vorträgen, Filmvorführungen und Buchpräsentationen der osteuropäischen Filmkomödie, die Specials präsentieren wieder filmische Raritäten, dieses Mal unter anderem Animationsfilme aus dem Nationalen Filmarchiv Warschau. In Frankfurt werden diesmal vom 22. bis zum 28. April im CineStar Metropolis, alle zehn Spielfilme des Wettbewerbs sowie ausgewählte Beiträge aus anderen Sektionen nachgespielt. Das ganze Programm gibt es unter: http://www.filmfestival-goeast.de/ Alexander Pfaehler
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