Zwischen Kunst und Kino: Die Preise der KunstFilmBiennale in Köln und Bonn

„Wolfy“
© KunstFilmBiennale

Seit 2002 lotet die Kunstfilmbiennale das spannende Verhältnis zwischen (bildender) Kunst und (Erzähl-)Kino aus. Deren Grenzen sind längst fließend geworden, wie etwa im Kinobereich arbeitende Regisseure wie Matthew Barney oder Julian Schnabel demonstrieren. Aus den kleinen Anfängen der Veranstaltung, die sich als analytische Brücke versteht, ist längst ein Publikumsfestival geworden, das mit Museen und Galerien kooperiert.

Höhepunkt war sicherlich der mit 50 Filmen ausgestattete Wettbewerb. Der russische Beitrag „Wolfy“ (Foto) gewann darin den Preis der Filmstiftung NRW für Filme ab 60 Minuten Länge. Vasilij Sigarev beschreibt in seinem Debüt einen von Gewalt und Alkoholismus geprägten Alttag, in dem ein junges Kind die Liebe seiner Mutter sucht. „Wolfy“ ist laut Jury „eine bedrückend intensiver Schilderung einer verlorenen Kindjheit in der russischen Provinz, die von extremer Einsamkeit und Brutalität geprägt ist“. Mit einer lobenden Erwähnung bedachte die Jury das neue Werk von Bruno Dumont, „Hadewijch“. Der Preis der KunstfilmFilmBiennale für Filme bis 60 Minuten Länge ging an den 18-minütigen Kurzfilm „Evolutios“ von Jan Ruscica aus Finnland. Ebenfalls für einen Kurzfilm votierte die Jury des Verbands der deutschen Filmkritik. Sie zeichnete den Fünfminüter „Speech Bubble“ von Adam Leech aus Belgien aus. Die BILD_KUNST-Förderpreise für experimentellen Film gingen an „Gregor Alexois“ von Jana Debus, „Radfahrer“ von Marc Thümler und „Noir“ von Mirko Martin.

In ihrer neuesten Ausgabe hat das Festival den Kinobereich ausgeweitet; im Wettbewerb liefen u.a. der Venedig-Sieger „Lebanon“ von Samuel Maoz aus Israel, der den Libanon-Krieg aus dem Inneren eine Panzers verfolgt, und der Goldene-Bär-Gewinner „Eine Perle Ewigkeit“ der Peruanerin Claudia Llosa.

Der Videokünstlerin Pipilotti Rist („Pickelporno“) und dem Videokünstler Christian Jankowski waren im Kunstmuseum Bonn Retrospektiven gewidmet. Mit einer Retro wurde auch der New Yorker Kameramann Ed Lachman geehrt, der unter anderem für Wim Wenders, Werner Herzog oder Sofia Coppola gearbeitet hat.

rw


 


 


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