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Regisseur Jeff Nichols – Ein kleines Porträt zum Start seines Films „Shotgun Stories“ (Start 8.10.) Das ländliche Arkansas ist eine Region, in der alles etwas langsamer läuft. Die Menschen bewegen sich mit einer gleichmäßigen Ruhe vor dem Hintergrund endlosen Farmlandes Von Kai Mihm
Geboren 1978 in Little Rock, Arkansas Manchmal erfährt man schon eine Menge über die Haltung eines Regisseurs, wenn man einen Blick auf seine künstlerische Genealogie wirft. Jeff Nichols zum Beispiel konnte für seinen Debütfilm Shotgun Stories David Gordon Green (All the Real Girls) als Produzenten gewinnen, mit dem er an der North Carolina School of Arts studierte. Green wiederum ist ein Terrence-Malick-Protegé – und ein »Malick-Touch« ist sowohl in Greens Filmen als auch in Nichols’ Shotgun Stories deutlich spürbar: Da ist die meditative Ruhe des Erzählflusses, die mit der Dramatik der Geschichte und der latenten Gewalttätigkeit der Figuren kontrastiert; da sind das Bewusstsein und die filmisch äußerst präzise Bestimmung des Ortes, an dem der Film spielt, bei einer gleichzeitig universellen und zeitlosen Geschichte. Shotgun Stories handelt von zwei verfeindeten Halbbrüdern, deren Familien sich nach dem Tod des gemeinsamen Vaters eine blutige Fehde liefern – eine grandios fotografierte und gespielte (über den Hauptdarsteller Michael Shannon wird noch zu reden sein!) Tragödie über working-class-Befindlichkeit und amerikanische Gewalt, die streckenweise wie eine subtilere Version von No Country for Old Men wirkt.
siehe auch Kritik zu"Shotgun Stories"
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Die Geschichte spielt im südostlichen Arkansas, Nichols’ Heimat: »Ich bin in Arkansas aufgewachsen und habe eine Menge Zeit an den Orten und mit der Sorte von Menschen verbracht, die ich in Shotgun Stories zu porträtieren versuche«, erzählte er dem »Moving Pictures Magazine«, »das ländliche Arkansas ist eine Region, in der alles etwas langsamer läuft. Die Menschen bewegen sich mit einer gleichmäßigen Ruhe vor dem Hintergrund endlosen Farmlandes. Ein so spezifischer Ort beeinflusst, wie ich an das Drehbuch herangehe und wie ich mit den Schauspielern darüber spreche. Natürlich hätte Shotgun Stories auch in einer anderen Region spielen können. Aber dann wäre es ein grundlegend anderer Film geworden.« Auch Nichols’ aktuelles Projekt spielt in einem sehr spezifischen Milieu und erzählt von einer sehr spezifischen Form amerikanischer Gewalt: Basierend auf einer wahren Geschichte erzählt Goat von einem Collegestudenten, der durch die sadistischen Aufnahmerituale einer Bruderschaft zugrunde gerichtet wird.