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Der Berliner Filmemacher Karsten Hein schickt seinen neuen Dokumentarfilm „Am Rande“ auf Tournee AIDS, Drogensucht, Prostitution, Zwangsarbeitslager und Armut in der Ukraine
Wie in seiner voran gegangenen Dokumentation „AIDS in Odessa“ widmet sich Hein auch in seinem neuen Werk der Krankheit im ehemaligen Mitgliedsstaat der UDSSR. In sechs Kapiteln zeigt der Film die die Krankheit begünstigenden gesellschaftlichen Ursachen und die sich aus ihr ergebenden Folgen für die Menschen. Sich erneut mit demselben Phänomen zu beschäftigen, sieht Hein in seinem Bestreben begründet, etwas gegen die humanitäre Katastrophe zu unternehmen. Nur zwei Flugstunden von Berlin entfernt entwickelte sich 1991 mit der Unabhängigkeit der Ukraine (zu deutsch: Am Rande) auch die Armut, der viele Menschen mithilfe von Drogen zu entfliehen versuchen. Über die Spritze infizieren sie sich mit Tuberkulose und dem HI-Virus. Zurzeit leben etwa 500.000 Ukrainer mit AIDS in einem Land, das weder über ein ausreichendes Gesundheitssystem verfügt noch eine gesellschaftliche Lobby für Krankenpflege und Hospize hat.
Der 1963 geborene Karsten Hein arbeitete in den späten 1990ern verstärkt als Drehbuchautor für Dokumentationen, Kurzfilme und Spielfilme, bevor er 2003 mit „Einmal Bagdad und zurück“ eine Reportage über den Alltag im Irak vor dem Krieg fertig stellte. Im selben Jahr begann er mit den Vorbereitungen für seine Reportage „So wollen wir nicht sterben. AIDS in Odessa“. Nach etwa einem Jahr Recherchezeit präsentiert der Berliner Filmemacher nun sein neues Werk bundesweit im Kino. Termine: Berlin – Kant-Kino Berlin – Lichtblick Kino Dortmund – KCR-Kommunikation Centrum Ruhr Hamburg – alambama Kino Hannover – MigrantInnenberatungsstelle „Kargah e.V.“ Lübeck- Kommunales Kino Mannheim – Cinema Quadrat Mainz – „Bar Jeder Sicht“ (Lesbisch-Schwules Kommunikationszentrum e.V.) Saarbrücken – Filmhaus Stuttgart – Evangelische Gesellschaft Tübingen – Werkstadthaus Wien – Schikaneder Kino epd Film Abonnement © epd Hinweis zum Urheberrecht |
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„Am Rande“ gliedert sich in sechs Kapitel, die sich den Symptomen der gesellschaftlichen Lage in der Ukraine widmen. Das Thema AIDS erhält jedoch kein gesondertes Kapitel, denn wie im Film durchzieht die Krankheit auch in der Gesellschaft viele mit ihr verbundene Lebensbereiche der Menschen in diesem zerfallenden Land: Die zerstörten Familien aus Kindern und Großeltern, aus deren Mitte eine ganze Generation junger Erwachsener verschwunden ist. Die Prostitution, in die fast alle infizierten Frauen gedrängt werden. Die Arbeitslager, in denen permanent 200.000 Menschen gefangen gehalten werden und in denen die Ansteckungsgefahr durch Drogenkonsum ungleich größer ist. Und schließlich die Armut, die den Teufelskreis fortwährend neu antreibt.