Das Gesetz der Spartaner - Immer mehr Comicverfilmungen sind in Arbeit

»300« mit Gerard Butler
  

Bis in die achtziger Jahre hatten Comics und das Kino eher ein platonisches Verhältnis. Comicverfilmungen gab es, siehe Roger Vadims Barbarella (1968), der Superman-Film von Richard Donner (1978) oder auch Prinz Eisenherz (1954), aber das Kino kam auch ohne sie ganz gut aus. Spätestens mit dem ersten Batman-Film von Tim Burton (1989) sollte sich das ändern. Eine regelrechte Flut an Comicadaptionen kam auf uns Zuschauer zu, und die spektakulärsten hatten Superhelden als Hauptfiguren: Spider-Man und seine zwei Fortsetzungen, die drei X-Men-Filme, der Hulk, Die Fantastischen Vier. Aber auch Road to Perdition, Men in Black oder Dick Tracy entstanden nach Comics oder graphic novels.

Die Liste wird nicht abreißen. Dazu sind die Filme, sieht man einmal von veritablen Flops wie etwa dem Hulk ab, auch zu erfolgreich. Jüngstes Beispiel für ein geglücktes ökonomisches Kalkül ist »300« nach der graphic novel von Frank Miller, von dem schon die Vorlage für Sin City stammte: Der – durchaus umstrittene – Film hat wahrscheinlich „nur“ 60 Millionen Dollar gekostet, aber allein in den USA über 200 Millionen eingespielt. Und gleichzeitig mit dem Einsatz des Films stieg der Absatz der Bücher enorm.

Auf diesen Crossover-Effekt spekulieren viele der kleineren Comicverlage, die mit ihren Vorlagen, wie die Branchenzeitschrift „Variety“ auflistet, nun in die Filmproduktion drängen. Die meisten Filme mit Superhelden etwa basieren auf Comics der Firmen Marvel oder DC. »300« aber stammt vom Verlag Dark Horse aus Oregon, mittlerweile auch schon einer der Großen im Geschäft, der etwa Hellboy oder Alien Vs. Predator verlegte. In diesem Monat wird in den USA die Dark-Horse-Produktion 30 Days of Night starten, in der Vampire ein Städtchen in Alaska, das im Winter 30 Tage in Dunkelheit liegt, terrorisieren.

Von Oni Press stammt die Vorlage zu dem Thriller Whiteout, in dem Kate Beckinsale einen U.S. Marshal spielt, die einen Killer in der Antarktis verfolgt, wiederum in permanenter Dunkelheit; Regie führt der thrillererprobte Dominic Sena (Kalifornia). Angelina Jolie, James McAvoy, Morgan Freeman und Thomas Kretschmann spielen mit in Wanted, nach einer graphic novel des Verlags Top Cow, in der ein junger Mann herausfindet, dass sein Vater ein Attentäter war; es ist die erste amerikanische Arbeit des russischen Regisseurs Timur Bekmambetov (Wächter der Nacht). In Planung sind auch O.C.T.: Occult Crimes Taskforce mit Rosario Dawson oder Priest über einen Vampire jagenden Cowboy.

RW

epd Film 9/2007


 


 


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