Dramen und Obsessionen: Mit Ingmar Bergman starb einer der bedeutendsten Filmemacher des Nachkriegskinos

Bergman dreht "Wilde Erdbeeren"
© Svenska filminstitut

Jean-Luc Godard nannte ihn den „originellsten Autor des modernen europäischen Films“ und hielt es für „unmöglich, auf klassischere Weise modern zu sein“, Wim Wenders bezeichnete seine Filme als „mächtige Leuchttürme in der Filmgeschichte“, Woody Allen und viele andere bedeutende Regisseure sind von Bergman beeinflusst worden. Bei den 50. Internationalen Filmfestspielen von Cannes 1997 wurde der Filmemacher mit der „Palme der Palmen“ ausgezeichnet, eine bis dato einmalige Ehre in der Geschichte des Festivals.

Der 1918 in Uppsala als Sohn eines Pfarrers geborene und in einem religiösen Haushalt streng erzogene Ernst Ingmar Bergman interessierte sich bereits früh für Kunst im Allgemeinen und Theater und Film im Besonderen. Als Student der Literatur- und Kunstgeschichte an der Stockholmer Universität inszenierte er erste Theaterstücke und sammelte danach bei der „Svensk Filmindustri“ Erfahrungen als Drehbuchautor, während er zur gleichen Zeit eine Stellung als Regieassistent an der Oper in Stockholm innehatte. Bald fand er zum Film und schuf eine beachtliche Anzahl an Klassikern des erzählenden, philosophisch-theologischen Autorenkinos, das thematisch um die menschliche Psyche, um Sterblichkeit, Gott, Ehe, Liebe und Hoffnungslosigkeit kreist.

Zu den wichtigsten Arbeiten in Bergmans rund 60-jähriger Film- und Theaterkarriere gehören neben einer großen Anzahl an Bühnenproduktionen („Macbeth“, Die Zauberflöte“  u. a.) vor allem Filme wie „Wilde Erdbeeren“ (1957, Goldener Bär), „Das siebente Siegel“ (1957, Sonderpreis der Jury von Cannes), „Wie in einem Spiegel“ (1961, Oscar), „Persona“ (1966,), „Szenen einer Ehe“ (1973), „Herbstsonate“ (1978, Golden Globe) oder sein Spätwerk „Fanny und Alexander“ (1981, Oscar). Dabei griff er immer wieder auf seine Stammschauspieler Max von Sydow, Bibi Andersson, Liv Ullmann und Gunnar Björnstrand und andere zurück, die durch seine Filme große Berühmtheit erlangen sollten.

Unvergesslich bleiben das Bild der Schachpartie zwischen dem Tod und dem Ritter in dem existenzialistischen Drama „Das siebente Siegel“, die avantgardistische, ästhetisch überragende Komposition von „Persona“ oder das autobiographische, teilweise an Werke von Dickens und Mann erinnernde Familien-Epos „Fanny und Alexander“, das auf psychologisch feinsinnige und zuweilen magische Weise die Leidenschaften und Tücken der Welt der Kindheit darstellt.

Am Morgen des 30 Juli 2007 starb der 89-jährige Ingmar Bergman in seinem Haus auf der Fårö, wo er die letzten Lebensjahre verbrachte. Seinen letzten Film drehte er 2003, „Sarabande“, die Fortsetzung von „Szenen einer Ehe“  

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