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Marburger Kamerapreis an Judith Kaufmann Respekt für die Figuren
Am 18. März wurde zum sechsten Mal der Marburger Kamerapreis vergeben. Nachdem in den Vorjahren u.a. Raoul Coutard und Robby Müller für ihre umfangreichen Werke ausgezeichnet worden waren, erhielt nun die deutsche Kamerafrau Judith Kaufmann den mit 5000 € dotierten Preis. Damit wird nicht nur erstmalig eine Frau, sondern auch zugleich eine relativ junge Künstlerin geehrt. Kaufmann, 1962 in Stuttgart geboren, interessierte sich schon früh für Fotografie und begann 1982, nach einer Ausbildung an der Staatlichen Fachschule für Foto, Optik und Film (SFOF) in Berlin, als Materialassistentin des Kameramanns Thomas Mauch zu arbeiten. In den folgenden 10 Jahren assistierte sie unter anderem Gernot Roll, Raoul Coutard und Heinz Pehlke, bevor sie 1991 Chefkamerafrau wurde. Ihre Fotografie entwickelte bald markante Züge und schälte unter bewusster Verwendung von Unschärferegionen ihre Figuren aus dem Umgebungsraum heraus. Den Eindruck der Trostlosigkeit und Verlorenheit, den ihre Bilder vielfach hervorrufen, unterstützen dabei nicht zuletzt die oft ausgebleichten Farbkompositionen. Damit öffne sich ihre Kameraführung, so die Marburger Jury in ihrer Begründung, unmittelbar „Wahrnehmung und Welterleben“. Und Laudatorin Monica Bleibtreu betont, Kaufmanns Kamera schaue sehr genau auf ihre Figuren, „aber mit Respekt und sehr viel Einfühlung“. Die Auszeichnung, die die Stadt Marburg in Kooperation mit der Philipps-Universität vergibt, würdigt die national und international herausragende Bildgestaltung in Film und Fernsehen und schafft damit ein Forum für die oftmals übersehene Leistung der Kameraleute. Für Judith Kaufmann ist dies indes eine Reihe von Auszeichnungen fort. So erhielt sie 2003 den Bayerischen Filmpreis für „Elefantenherz“ und den Deutschen Kamerapreis für „Scherbentanz“ und 2005 den Hessischen Filmpreis für „Fremde Haut“. epd Film Abonnement © epd Hinweis zum Urheberrecht |
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