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Zu Richard Donners 75. Geburtstag am 29. April Pionier des Blockbusterkinos
Er war ein Spätzünder, zumindest was seinen Kinoerfolg anbelangt. Wenn Richard Donner dieser Tage seinen 75 Geburtstag feiert, kann er auf eine 30jährige Hollywood-Karriere zurückblicken. Obwohl Donner nie für den Oscar nominiert war und sich ebensowenig als ausgemachter Liebling der Kritik hervortat, sprach der schiere Publikumserfolg seiner Filme stets für sich. Richard Donner erblickte am 24. April 1930 als Richard D. Schwartzberg in New York das Licht der Welt. Nachdem er immerhin lange genug Theater gespielt hatte, um zu erkennen, dass seine Berufung in einem anderen Metier zu finden sein musste, beschloss Donner, sich als Filmregisseur zu versuchen. Er zog nach Los Angeles und begann im Dunstkreis von Altersgenossen wie Sidney Lumet und John Frankenheimer für das Fernsehen zu arbeiten. Das war 1958. Erfolgreicher als Donners erste Kinoproduktion „X-15“ (1961) erwies sich sein Engagement für TV-Serien wie „Perry Mason“, „Kojak“ oder „Die Straßen von San Francisco“. Donner war bereits ein erfahrener Regisseur von 46 Jahren, als ihm der immens erfolgreiche Horrorfilm „Das Omen“ (1976) den Durchbruch bescherte. Sein nächstes Projekt gestaltete sich ungleich aufwändiger: „Superman“ (1978). Die Materialschlacht um den legendären Comic-Helden setzte neue Maßstäbe in Budget und Ausstattung und ließ Christopher Reeve zum Star avancieren. Nach einem unvermeidlichen Sequel machte Donner 1985 mit dem Märchen „Der Tag des Falken“ von sich reden, den die Kritik als einen „der schönsten Ritterfilme“ feierte. Mit der zwei Jahre später losgetretenen „Leathal Weapon“-Reihe bewies Donner abermals ein sicheres Gespür für populäre Stoffe. Die Verbindung von harter Action und wortgewandtem Humor traf den Nerv des Publikums. Donners künstlerische Ambitionen mögen sich dabei stets in Grenzen gehalten haben, doch Ästhetik und Mechanismen des zeitgenössischen Popcornkinos hat er entscheidend mitgeprägt. In der launigen Dickens-Adaption „Die Geister die ich rief“ (1988), der Western-Komödie „Maverick“(1994) und dem Verschwörungsthriller „Fletchers Visionen“ (1997) versuchte sich Donner mehr und mehr im Verwischen von Genre-Grenzen, oder wie er es selbst in einem Interview ausdrückte: „Das Genre-Kino an sich ist absehbar und überholt.“ Dennoch überzeugten diese späteren Filmen vor allem da, wo sie sich auf genau die Geradlinigkeit besinnen, die Donner in den vergangenen Jahrzehnten den Ruf eines versierten Mainstreamregisseurs eingebracht hat, dem gefahrlos höchste Budgets und Stars vom Schlage eines Marlon Brando („Superman“) anvertraut werden können. Auch wenn sein letzter Kinohit mit der dritten „Lethal Weapon“-Fortsetzung inzwischen sieben Jahre zurück liegt und Donners jüngster Film, die Michael-Crichton-Adaption „Timeline“ (2003), floppte, arbeitet er auch mit über 70 noch unermüdlich. In Vorbereitung befinden sich ein Actionfilm mit Bruce Willis, sowie ein Drama mit Mel Gibson. Ausgebrannt, so scheint es, ist Richard Donner noch lange nicht. Cord Krüger epd Film Abonnement © epd Hinweis zum Urheberrecht |
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